Internetanbieter in Ungarn

Beim Festnetz sind in Ungarn aus vielen bekannten Namen zwei große geworden. Wer 2013 zwischen T-Home, UPC, Invitel, Vodafone und DIGI wählte, hat heute meist die Wahl zwischen Magyar Telekom und One. Die beiden teilen sich laut der Medien- und Telekombehörde NMHH den größten Teil der Internetanschlüsse in Privathaushalten.

Schnell sind die Leitungen trotzdem. Gigabit ist in Ungarn kein Luxusprodukt, sondern bei vielen Haushalten gebucht.

Internet in Ungarn in Zahlen

Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.

Für alle Länder vergleichbar

  • Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner

    37,5

    Ungarn
    37,5
    Deutschland
    45,6
    Median, 42 Länder
    36,4

    Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1

  • Anteil der Menschen im Internet

    93,8 %

    Ungarn
    93,8 %
    Deutschland
    93,5 %
    Median, 42 Länder
    92,1 %

    Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1

Ausbau und Nutzung

  • Haushalte mit Glasfaser am Haus

    81,8 %

    Ungarn
    81,8 %
    Deutschland
    44 %
    Median, 31 Länder
    81,8 %

    Die Faser liegt bis ins Gebäude oder bis in die Wohnung. Ob dort auch jemand einen Vertrag bucht, sagt diese Zahl nicht.

    Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2

  • Haushalte mit Gigabit-Netz

    87,4 %

    Ungarn
    87,4 %
    Deutschland
    79,9 %
    Median, 31 Länder
    86,8 %

    Glasfaser plus modernisiertes Kabelnetz (DOCSIS 3.1). Wo viel Kabel liegt, ist dieser Wert deutlich höher als der Glasfaserwert darüber.

    Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2

  • Haushalte in Reichweite von 5G

    94 %

    Ungarn
    94 %
    Deutschland
    99,5 %
    Median, 31 Länder
    99,2 %

    Mindestens ein 5G-Netz erreicht den Haushalt, auch auf umgewidmeten LTE-Frequenzen. Über die Bandbreite sagt das wenig.

    Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2

  • Glasfaser unter den gebuchten Anschlüssen

    45,1 %

    Ungarn
    45,1 %
    Deutschland
    13,7 %
    Median, 30 Länder
    53,5 %

    Der Anteil der festen Anschlüsse, die tatsächlich über Glasfaser laufen. Liegt er weit unter der Abdeckung, wird das Netz gebaut, aber wenig gebucht.

    Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3

  • Gebuchte Anschlüsse ab 100 MBit/s

    89,6 %

    Ungarn
    89,6 %
    Deutschland
    56,2 %
    Median, 27 Länder
    79,6 %

    Maßgeblich ist die im Vertrag beworbene Bandbreite, nicht eine Messung.

    Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2

  • Gebuchte Anschlüsse ab 1 Gbit/s

    44,5 %

    Ungarn
    44,5 %
    Deutschland
    7,1 %
    Median, 26 Länder
    15,6 %

    Auch hier zählt die beworbene Bandbreite. Der Wert zeigt, wie viele Haushalte das schnellste Angebot wirklich nehmen.

    Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2

  • Haushalte mit Internetzugang

    93,9 %

    Ungarn
    93,9 %
    Deutschland
    93,6 %
    Median, 38 Länder
    95,5 %

    Aus einer Befragung: Zu Hause gibt es einen Zugang, fest oder mobil.

    Stand 2025, Quelle: Eurostat4

  • Internetnutzung der 16- bis 74-Jährigen

    92,8 %

    Ungarn
    92,8 %
    Deutschland
    94,6 %
    Median, 38 Länder
    94,5 %

    Eine einheitliche Befragung in allen erfassten Ländern und deshalb gut vergleichbar.

    Stand 2025, Quelle: Eurostat4

  • Mobile Datenverträge je 100 Einwohner

    91,5

    Ungarn
    91,5
    Deutschland
    101,6
    Median, 30 Länder
    114,1

    Aktive Verträge mit Datenvolumen. Viele Menschen haben mehr als einen, Werte über 100 sind deshalb normal.

    Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3

Quellen der Zahlen

  1. Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
  2. Europäische Kommission, Digital Decade (DESI): Indikatoren
  3. OECD, Broadband and Telecom Database: Data Explorer
  4. Eurostat, Erhebung zur Internetnutzung in Haushalten: isoc_ci_in_h, isoc_ci_ifp_iu

Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.

Wie aus Vodafone, UPC und DIGI One wurde

Die Konsolidierung lief in Etappen. DIGI kaufte 2017 das Privatkundengeschäft von Invitel, Vodafone übernahm 2019 die ungarische UPC und schaffte deren Namen im April 2020 ab. 2023 ging Vodafone Hungary an den Technologiekonzern 4iG und die staatliche Beteiligungsgesellschaft Corvinus.

Seit dem 1. Januar 2025 treten Vodafone und DIGI gemeinsam als One auf. Das Unternehmen ist damit der zweitgrößte Telekomanbieter des Landes. Im Mai 2025 tauschte der Staat seine direkte Beteiligung an One gegen Aktien der 4iG-Telekomholding.

Für ehemalige UPC- oder DIGI-Kunden heißt das: Verträge laufen unter dem Namen One weiter, Ansprechpartner sind die One-Läden.

Glasfaser und Kabel teilen sich den Markt

Laut dem Marktbericht der NMHH für das zweite Halbjahr 2025 läuft gut die Hälfte der privaten Internetanschlüsse über Glasfaser, das Kabelnetz trägt den Großteil des Rests. DSL über Kupfer spielt nur noch eine kleine Rolle, und Funklösungen sind eine Nische, die aber gerade wächst.

Magyar Telekom setzt beim Ausbau auf Glasfaser. One bringt die Kabel- und Glasfasernetze von UPC und DIGI mit. Dazu kommen regionale Kabelnetzbetreiber wie Vidanet oder Tarr.

Wer umzieht, hat deshalb in Städten oft zwei schnelle Leitungen zur Wahl, auf dem Land nicht immer.

Yettel wagt sich ans Festnetz

Der dritte Mobilfunker hieß bis März 2022 Telenor. Der norwegische Konzern hatte das Geschäft 2018 an die tschechische PPF verkauft, heute gehört Yettel über e& PPF Telecom mehrheitlich dem Konzern e& aus den Emiraten.

Internet für zu Hause verkaufte Yettel bisher nur über sein Mobilfunknetz. Im Juli 2026 kam ein Glasfaserangebot dazu. Zusammen mit dem Funkprodukt erreicht Yettel damit nach eigener Angabe mehr als neun von zehn ungarischen Haushalten.

Nur mobil ist die Ausnahme

Eine Haushaltsbefragung der NMHH von 2025 zeigt, dass nur wenige Haushalte ausschließlich mobil ins Netz gehen. Das sind vor allem Alleinlebende und Haushalte mit niedrigem Einkommen, nicht die digitalen Nomaden. Die meisten Familien kombinieren einen Festnetzanschluss mit dem Handy.

Für dich heißt das: Ein Mobilfunkrouter ist eine Übergangslösung, dauerhaft bekommst du in Ungarn mehr über die Leitung.

Am Balaton und an der Grenze

Ungarn gehört zur EU, also telefonierst und surfst du mit deiner deutschen SIM-Karte zu den Bedingungen deines Tarifs. Das Netz betreiben Magyar Telekom, One und Yettel. 3G ist abgeschaltet, dein Handy braucht LTE.

Die Falle liegt im Süden. An der Grenze zu Serbien bucht sich das Handy gern ins serbische Netz ein, und Serbien gehört nicht zum EU-Roaming. Stell dort die Netzwahl von Hand auf ein ungarisches Netz. An der ukrainischen Grenze entfällt das Problem seit Januar 2026.

Papiere für den Vertrag

Ungarische Anbieter wollen es genau wissen. Magyar Telekom verlangt von Ausländern für einen neuen Vertrag ein Ausweisdokument aus einer festen Liste, bei EU-Bürgern zum Beispiel die ungarische Registrierungsbescheinigung für EWR-Staatsangehörige. Steht die Adresse nicht im Ausweis, brauchst du zusätzlich die amtliche Adresskarte.

Kümmere dich deshalb nach dem Umzug zuerst um die Anmeldung bei den Behörden und erst dann um den Internetvertrag. Einen Vertrag abschließen darfst du ab 18.

Behörde

Telekommunikation und Medien beaufsichtigt die Nemzeti Média- és Hírközlési Hatóság (NMHH) in Budapest. Die Behörde veröffentlicht regelmäßig Marktberichte und Haushaltsbefragungen und vergibt die Frequenzen.

Internetanbieter in Ungarn

  • Magyar Telekom

    • Glasfaser
    • DSL
    • Mobilfunk

    Der frühere Staatsbetrieb MATÁV gehört mehrheitlich der Deutschen Telekom und ist bei Festnetz und Mobilfunk die Nummer eins. Die Marken T-Mobile und T-Home ersetzte 2013 der Name Telekom.

    Früher: T-Home, T-Mobile, MATÁV

    telekom.hu

  • One

    • Kabel
    • Glasfaser
    • Mobilfunk

    Seit 2025 der gemeinsame Name von Vodafone Hungary und DIGI, Teil des Konzerns 4iG. Betreibt das frühere UPC-Kabelnetz, Glasfaser und eines der drei Mobilfunknetze.

    Früher: Vodafone, UPC, DIGI, Invitel

    one.hu

  • Yettel

    • Mobilfunk
    • 5G/LTE zu Hause
    • Glasfaser

    Das dritte Mobilfunknetz, bis 2022 Telenor. Verkauft Internet für zu Hause über Mobilfunk und seit Juli 2026 auch über Glasfaser.

    Früher: Telenor, Pannon

    yettel.hu

  • Vidanet

    • Kabel

    Regionaler Kabelnetzbetreiber mit Fernsehen, Internet und Telefon, unter anderem in Győr, Kaposvár und Pécs.

    vidanet.hu

  • Tarr

    • Kabel
    • Mobilfunk

    Regionaler Anbieter mit Kabelfernsehen, Internet und Festnetz, dazu Mobilfunk.

    tarr.hu

Nachgefragt: Internet in Ungarn

Was wurde aus Vodafone, UPC und DIGI in Ungarn?

Alle drei gehören heute zu One. DIGI kaufte 2017 das Privatkundengeschäft von Invitel, Vodafone übernahm 2019 die ungarische UPC. Seit dem 1. Januar 2025 treten Vodafone und DIGI gemeinsam als One auf, das Unternehmen gehört zum Konzern 4iG. Hattest du einen Vertrag bei einer der alten Marken, läuft er unter One weiter.

Magyar Telekom oder One: Wer liefert an meine ungarische Adresse?

In Städten oft beide, auf dem Land nicht immer. Magyar Telekom setzt beim Ausbau auf Glasfaser, One bringt die Kabel- und Glasfasernetze von UPC und DIGI mit. Zusammen halten die zwei den größten Teil der privaten Internetanschlüsse. Daneben gibt es regionale Kabelnetze wie Vidanet, etwa in Győr, Kaposvár und Pécs, und Tarr.

Verkauft Yettel in Ungarn auch Internet über Leitung?

Ja, seit Juli 2026 über Glasfaser. Vorher gab es Internet für zu Hause bei Yettel nur über das Mobilfunknetz. Mit beiden Produkten zusammen erreicht der Anbieter nach eigener Angabe mehr als neun von zehn ungarischen Haushalten. Yettel hieß bis März 2022 Telenor und gehört über e& PPF Telecom mehrheitlich dem Konzern e&.

Reicht in Ungarn ein Router mit SIM-Karte auf Dauer?

Eher als Übergang. In einer Befragung der NMHH von 2025 gehen nur wenige Haushalte ausschließlich mobil ins Netz, die meisten Familien kombinieren Festnetz und Handy. Für die ersten Wochen nach dem Umzug ist die Box praktisch. Auf Dauer bekommst du über Glasfaser oder Kabel mehr, und Gigabit haben in Ungarn viele Haushalte gebucht.

Worauf achte ich am Balaton und an der serbischen Grenze beim Roaming?

Am Balaton auf nichts, im Süden auf die Netzwahl. Ungarn gehört zur EU, deine deutsche SIM funktioniert zu den Bedingungen deines Tarifs. An der Grenze zu Serbien bucht sich das Handy aber gern ins serbische Netz ein, und Serbien ist nicht Teil des EU-Roamings. Stell dort von Hand ein ungarisches Netz ein. Dein Handy braucht LTE, 3G ist abgeschaltet.

Welche Papiere brauche ich für einen ungarischen Internetvertrag?

Ein Ausweisdokument aus einer festen Liste und unter Umständen die Adresskarte. Magyar Telekom verlangt von EU-Bürgern zum Beispiel die ungarische Registrierungsbescheinigung für EWR-Staatsangehörige. Steht deine Adresse nicht im Dokument, kommt die amtliche Adresskarte dazu. Melde dich nach dem Umzug deshalb zuerst bei den Behörden an. Abschließen darfst du den Vertrag ab 18.

Wie gut ist Ungarn mit Glasfaser versorgt?

Deutlich besser als Deutschland. 81,8 % der Haushalte in Ungarn können Glasfaser bis ins Gebäude bekommen, in Deutschland sind es 44 %. Quelle: EU-Kommission (DESI), Stand 2025. Gebucht ist die Faser bei 45,1 % der festen Anschlüsse (Deutschland 13,7 %), laut OECD, Stand Dezember 2024.

Wie weit reicht 5G in Ungarn?

Ein 5G-Netz erreicht 94 % der Haushalte in Ungarn, in Deutschland sind es 99,5 %. Quelle: EU-Kommission (DESI), Stand 2025. Über das Tempo sagt der Wert wenig, denn 5G funkt oft auf alten LTE-Frequenzen.

Quellen

  1. NMHH: Helyhez kötött piaci jelentés, 2025. II. félév, abgerufen am 16.9.2026
  2. NMHH: Az elektronikus hírközlési piac fogyasztóinak vizsgálata, 2025, háztartási felmérés, abgerufen am 16.9.2026
  3. Infostart: NMHH-kutatás, otthon még a vezetékes internet a nyerő, abgerufen am 16.9.2026
  4. Index: A Digi 43 milliárdért megvette az Invitelt, abgerufen am 16.9.2026
  5. HWSW: Búcsúzik a UPC Magyarország, abgerufen am 16.9.2026
  6. Portfolio: Hivatalos, a UPC a Vodafone márka alatt folytatja, abgerufen am 16.9.2026
  7. Budapest Business Journal: Vodafone, Digi Rebranded as One Hungary, abgerufen am 16.9.2026
  8. Wikipedia: One Hungary, abgerufen am 16.9.2026
  9. Infostart: A 4iG-részvényekre cserélte One-részesedését az állam (16.05.2025), abgerufen am 16.9.2026
  10. PPF: PPF Telecom Group launches Yettel brand, abgerufen am 16.9.2026
  11. Wikipedia: Yettel, abgerufen am 16.9.2026
  12. Yettel: A Yettel elindítja vezetékes internet szolgáltatását (15.07.2026), abgerufen am 16.9.2026
  13. Magyar Telekom: Company history, abgerufen am 16.9.2026
  14. Magyar Telekom: Szükséges dokumentumok, abgerufen am 16.9.2026
  15. teltarif.de: Roaming in Ungarn (21.07.2026), abgerufen am 16.9.2026
  16. Rat der EU: Roaming-Vorteile ab 2026 auf Moldau und Ukraine ausgeweitet, abgerufen am 16.9.2026
  17. Vidanet, abgerufen am 16.9.2026
  18. TARR, abgerufen am 16.9.2026
  19. Economx: Változás a One-nál, egy kézbe kerül a tulajdonosi kontroll, abgerufen am 16.9.2026