In Budva kommen auf einen Haushalt mehr als zwei Internetanschlüsse. Das steht so im Jahresbericht der Regulierungsbehörde und erklärt viel über Montenegro: Ferienwohnungen und Saisonbetriebe an der Küste haben eigene Leitungen. Und sie brauchen schnelle.
Das kleine Land hat seinen Rückstand von 2013 aufgeholt. Damals gab es genau einen DSL-Anbieter. Heute läuft die Mehrheit der Festnetzanschlüsse über Glasfaser, und 5G ist in jeder Gemeinde angekommen.
- Zahlen
- Vier Anbieter teilen sich den Markt
- Festnetz: Glasfaser vorn, DSL nur noch bei Crnogorski Telekom
- Mobilfunk: 5G bis nach Žabljak
- Roaming für Urlauber aus Deutschland
- Satellit: Starlink kommt, direkt ins Handy später
- Wohnen in Montenegro: der Anschluss
- Anbieter
- Fragen
Internet in Montenegro in Zahlen
Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.
Für alle Länder vergleichbar
Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner
32,3
- Montenegro
- 32,3
- Deutschland
- 45,6
- Median, 42 Länder
- 36,4
Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Anteil der Menschen im Internet
88,9 %
- Montenegro
- 88,9 %
- Deutschland
- 93,5 %
- Median, 42 Länder
- 92,1 %
Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Ausbau und Nutzung
Haushalte mit Internetzugang
88,1 %
- Montenegro
- 88,1 %
- Deutschland
- 93,6 %
- Median, 38 Länder
- 95,5 %
Aus einer Befragung: Zu Hause gibt es einen Zugang, fest oder mobil.
Stand 2025, Quelle: Eurostat2
Internetnutzung der 16- bis 74-Jährigen
94,2 %
- Montenegro
- 94,2 %
- Deutschland
- 94,6 %
- Median, 38 Länder
- 94,5 %
Eine einheitliche Befragung in allen erfassten Ländern und deshalb gut vergleichbar.
Stand 2025, Quelle: Eurostat2
Quellen der Zahlen
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
- Eurostat, Erhebung zur Internetnutzung in Haushalten: isoc_ci_in_h, isoc_ci_ifp_iu
Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.
Vier Anbieter teilen sich den Markt
Die Agentur für elektronische Kommunikation EKIP zählt rund dreißig registrierte Betreiber, aber vier bestimmen das Geschäft. Crnogorski Telekom ist der frühere Monopolist und gehört über Hrvatski Telekom zur Deutschen Telekom. T-Com und T-Mobile gibt es als Marken nicht mehr.
Telenor Montenegro, der älteste Mobilfunker des Landes, ging Ende 2021 an den ungarischen Konzern 4iG und heißt seit März 2022 One. MTEL aus der alten Liste schreibt sich heute m:tel und gehört weiter zur Telekom Srbija. Nicht auf der alten Liste stand Telemach, ein Kabel- und Glasfaseranbieter der United Group. Den wollte BH Telecom aus Sarajevo kaufen, die Wettbewerbsbehörde in Podgorica stimmte 2025 zu. Abgeschlossen war das Geschäft im Sommer 2026 nicht, weil die Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina als Miteigentümerin von BH Telecom den Kauf nicht freigegeben hat.
Festnetz: Glasfaser vorn, DSL nur noch bei Crnogorski Telekom
Laut EKIP lag Glasfaser bis ins Haus oder Gebäude Ende 2024 an mehr als drei Viertel der Haushalte an. Über die Hälfte aller Festnetzkunden surft bereits darüber. Glasfaser verkaufen Crnogorski Telekom, m:tel, Telemach und der kleine Anbieter FiberCom aus Podgorica.
Kabelinternet kommt von m:tel und Telemach. DSL gibt es nur noch bei Crnogorski Telekom, und die Zahl der DSL-Kunden sinkt, weil sie auf Glasfaser umsteigen.
Die Tabelle neben diesem Text zeigt die Zahl der Festnetzanschlüsse im Verhältnis zur Bevölkerung. Wundere dich nicht, wenn sie hoch ausfällt: Die vielen Ferienwohnungen an der Küste treiben sie nach oben.
Mobilfunk: 5G bis nach Žabljak
Drei Netze, drei Betreiber: Crnogorski Telekom, One und m:tel. Crnogorski Telekom startete im März 2022 als Erster mit 5G. Ende 2024 boten alle drei Betreiber 5G in sämtlichen Gemeinden an. Das schnelle 5G im Band um 3,6 Gigahertz gibt es laut EKIP in den Städten, darunter Podgorica, Budva, Kotor, Tivat, Herceg Novi, Bar, Ulcinj und sogar Žabljak im Durmitor.
One verkauft zusätzlich Internet für zu Hause über 5G und LTE, mit einem Router, den du einfach in die Steckdose steckst. Für eine Ferienwohnung ohne Festnetz ist das bequem.
Eine Prepaid-Karte von Crnogorski Telekom registrierst du mit Personalausweis oder Reisepass, EU-Bürger dürfen beides nutzen. Mindestalter ist 18 Jahre.
Roaming für Urlauber aus Deutschland
Montenegro zahlt mit dem Euro, gehört aber nicht zur EU. Deine deutsche SIM-Karte roamt deshalb zu den Preisen für das Nicht-EU-Ausland, und eine Woche Navigation und Fotos hochladen kann teuer werden. Prüf die Konditionen deines Tarifs. Die EU-weite Kostenbremse stoppt mobile Daten bei rund 60 Euro, bis du die Sperre aufhebst.
Ob und wann Montenegro in die EU-Roamingzone kommt, ist offen. Der Rat der EU hat im Juni 2026 erst die Verhandlungen mit den sechs Westbalkanstaaten freigegeben, und jedes Land muss die EU-Regeln vorher vollständig umsetzen.
Für Montenegriner gilt schon heute: Mit einer einheimischen Karte roamen sie in Serbien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien und im Kosovo ohne Aufschlag. EKIP überwacht dieses regionale Abkommen.
Satellit: Starlink kommt, direkt ins Handy später
Starlink hat im April 2026 eine Firma in Montenegro gegründet und will sich ins Betreiberregister von EKIP eintragen lassen. Ob du schon bestellen kannst, zeigt die Verfügbarkeitskarte auf der Website von Starlink. Satellitenzugänge sind bisher eine Nische: EKIP zählte Ende 2024 nur eine Handvoll Privatkunden, versorgt vom Anbieter SBS Net.
Spannender für Wanderer im Prokletije oder im Durmitor ist der direkte Satellitenfunk aufs Handy. One hat im September 2026 angekündigt, Starlink Mobile nach Montenegro zu bringen, einen Termin gibt es noch nicht. Crnogorski Telekom soll ab 2028 zu den ersten Netzen gehören, die das gemeinsame Satellitenangebot von Deutscher Telekom und Starlink nutzen. Bis dahin ist es ein weiter Weg.
Wohnen in Montenegro: der Anschluss
Frag bei Wohnungen an der Küste zuerst, ob schon ein Anschluss liegt, bevor du selbst einen bestellst. Sonst prüf die Verfügbarkeit bei Crnogorski Telekom, m:tel und Telemach, in Podgorica auch bei FiberCom, und nimm zum Vertragsabschluss deinen Ausweis mit. Bleibst du nur einen Sommer, reicht oft der Router von One.
Internetanbieter in Montenegro
Crnogorski Telekom
- Glasfaser
- DSL
- Mobilfunk
Früherer Staatsbetrieb, gehört mehrheitlich zu Hrvatski Telekom und damit zur Deutschen-Telekom-Gruppe. Einziger DSL-Anbieter, baut Glasfaser aus und betreibt ein Mobilfunknetz mit 5G. Startete 2022 als Erster mit 5G.
Früher: T-Com, T-Mobile
One Crna Gora
- Mobilfunk
- 5G/LTE zu Hause
Ältester Mobilfunknetzbetreiber des Landes, seit 2021 Teil des ungarischen Konzerns 4iG. Verkauft neben Mobilfunk Internet für zu Hause über einen 5G- und LTE-Router.
Früher: Telenor Montenegro, ProMonte
m:tel
- Glasfaser
- Kabel
- Mobilfunk
Montenegrinische Tochter der Telekom Srbija und drittes Mobilfunknetz. Im Festnetz mit Glasfaser und Kabel stark vertreten.
Früher: MTEL CG
Telemach Crna Gora
- Glasfaser
- Kabel
Kabel- und Glasfaseranbieter der United Group mit Internet, Festnetztelefon und Fernsehen unter der Marke EON. Der geplante Verkauf an BH Telecom war im Sommer 2026 nicht abgeschlossen.
FiberCom
- Glasfaser
Kleiner Glasfaseranbieter mit Sitz in Podgorica. Laut EKIP einer von vier Betreibern, die Internet über Glasfaser bis ins Haus anbieten.
Nachgefragt: Internet in Montenegro
Montenegro hat den Euro: Gilt dort EU-Roaming?
Nein. Montenegro zahlt zwar mit dem Euro, gehört aber nicht zur EU, und deine deutsche SIM roamt dort zu den Preisen fürs Nicht-EU-Ausland. Eine Woche Navigation und Fotos hochladen kann teuer werden, prüf deshalb vorher deinen Tarif. Die mobile Datenverbindung stoppt an der EU-weiten Kostenbremse, bis du die Sperre selbst aufhebst.
Ist ein Ende der Roamingkosten in Montenegro absehbar?
Noch nicht. Der Rat der EU hat im Juni 2026 erst die Verhandlungen mit den sechs Westbalkanstaaten freigegeben, und jedes Land muss die EU-Regeln vorher vollständig umsetzen. Ob und wann Montenegro dazukommt, ist offen. Mit einer montenegrinischen Karte roamst du dagegen schon ohne Aufschlag in Serbien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien und im Kosovo.
Welche Internetanbieter gibt es in Montenegro?
Vier bestimmen den Markt: Crnogorski Telekom, der frühere Monopolist aus der Gruppe der Deutschen Telekom, dazu One, m:tel und Telemach. One hieß bis März 2022 Telenor Montenegro, m:tel gehört zur Telekom Srbija und Telemach zur United Group. Registriert sind bei der Behörde EKIP rund dreißig Betreiber, in Podgorica verkauft etwa FiberCom eigene Glasfaser.
Liegt in der Ferienwohnung an der Küste schon Internet?
Oft ja, frag vor jeder Bestellung den Vermieter. In Budva kommen laut Regulierer auf einen Haushalt mehr als zwei Internetanschlüsse, weil Ferienwohnungen und Saisonbetriebe eigene Leitungen haben. Liegt keiner, prüf Crnogorski Telekom, m:tel und Telemach, denn Glasfaser liegt laut EKIP an den meisten Haushalten an. Für einen einzelnen Sommer genügt häufig der Router von One für 5G und LTE.
Gibt es 5G in Montenegro auch abseits der Küste?
Ja. Seit Ende 2024 bieten Crnogorski Telekom, One und m:tel 5G in sämtlichen Gemeinden an. Das schnelle 5G im Band um 3,6 Gigahertz gibt es laut EKIP in den Städten, von Podgorica über Kotor und Ulcinj bis nach Žabljak im Durmitor. Als Erster gestartet ist Crnogorski Telekom im März 2022.
Wann kommt Starlink nach Montenegro?
Das zeichnet sich ab. Starlink hat im April 2026 eine Firma im Land gegründet und will sich ins Betreiberregister von EKIP eintragen lassen, ob du bestellen kannst, zeigt die Verfügbarkeitskarte auf der Website von Starlink. Für Wanderer im Prokletije oder im Durmitor ist der Satellitenfunk direkt aufs Handy spannender: One hat ihn im September 2026 angekündigt, einen Termin gibt es nicht.
Was brauche ich für eine Prepaid-Karte in Montenegro?
Personalausweis oder Reisepass. Bei Crnogorski Telekom dürfen EU-Bürger beides zur Registrierung nutzen, und du musst mindestens 18 Jahre alt sein. Die Karte ist die Alternative zur deutschen SIM, die in Montenegro zu Auslandspreisen roamt und bei mobilen Daten schnell an die Kostenbremse stößt.
Wie viele Menschen in Montenegro nutzen das Internet?
88,9 % der Menschen in Montenegro waren in den letzten drei Monaten online, ähnlich viele wie in Deutschland (93,5 %). Quelle: ITU über die Weltbank, Stand 2024. Auf 100 Einwohner kommen 32,3 feste Internetanschlüsse, in Deutschland 45,6 (ITU über die Weltbank, Stand 2024).
Quellen
- EKIP: Godišnji izvještaj 2024 (Glasfaserabdeckung, Budva, 5G, Satellit, Roaming), abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Crnogorski Telekom, abgerufen am 16.9.2026
- 4iG: New name announced for Telenor Montenegro, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: One Montenegro, abgerufen am 16.9.2026
- Monte.business: BH Telecom receives approval for acquisition of Telemach Montenegro, abgerufen am 16.9.2026
- Faktor: BH Telecomu ponovo pobjegao Telemach (20. Juli 2026), abgerufen am 16.9.2026
- Developing Telecoms: Montenegro's Crnogorski Telekom launches 5G using DSS, abgerufen am 16.9.2026
- One Crna Gora: Potpuno drugačiji kućni internet, abgerufen am 16.9.2026
- Crnogorski Telekom: Registracija pripejd korisnika, abgerufen am 16.9.2026
- Investitor.me: Ilon Mask registrovao kompaniju u Crnoj Gori, Starlink Montenegro (29. Juni 2026), abgerufen am 16.9.2026
- Bankar.me: Starlink pokrenuo registraciju kompanije u Crnoj Gori, abgerufen am 16.9.2026
- Investitor.me: One Crna Gora dovodi Starlink Mobile (3. September 2026), abgerufen am 16.9.2026
- Investitor.me: Starlink i Deutsche Telekom lansiraju satelitsku mobilnu mrežu (3. März 2026), abgerufen am 16.9.2026
- Rat der EU: Roam like at home, Verhandlungen mit den Westbalkanpartnern (4. Juni 2026), abgerufen am 16.9.2026
- European Western Balkans: Council authorises talks on extending free roaming scheme to the Western Balkans, abgerufen am 16.9.2026
- Verbraucherzentrale: Internationales Roaming, Kostenfallen vermeiden, abgerufen am 16.9.2026
- FiberCom: Website, abgerufen am 16.9.2026