Die Schweiz liegt mitten in Europa und gehört trotzdem nicht zur EU-Roamingzone. Ob dein deutsches Handy in Zürich so günstig funktioniert wie in Wien, entscheidet nicht die EU, sondern dein Mobilfunkanbieter. Das ist die erste Frage für jeden, der hier Urlaub macht oder zur Arbeit über die Grenze fährt.
Die zweite betrifft alle, die herziehen: Die Leitung ist schnell, fast überall. Welche du bekommst, hängt aber davon ab, wer in deiner Straße gebaut hat.
- Zahlen
- Roaming: Es kommt auf deinen Vertrag an
- Drei Netze und viele Marken
- Glasfaser, Kabel und ein langer Streit
- Beim Einzug: die Nummer auf der Dose
- Satellit in den Bergen
- Behörden
- Anbieter
- Fragen
Internet in der Schweiz in Zahlen
Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.
Für alle Länder vergleichbar
Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner
47
- Schweiz
- 47
- Deutschland
- 45,6
- Median, 42 Länder
- 36,4
Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Anteil der Menschen im Internet
97,3 %
- Schweiz
- 97,3 %
- Deutschland
- 93,5 %
- Median, 42 Länder
- 92,1 %
Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.
Stand 2025, Quelle: ITU über die Weltbank1
Ausbau und Nutzung
Haushalte mit Glasfaser am Haus
43,1 %
- Schweiz
- 43,1 %
- Deutschland
- 44 %
- Median, 31 Länder
- 81,8 %
Die Faser liegt bis ins Gebäude oder bis in die Wohnung. Ob dort auch jemand einen Vertrag bucht, sagt diese Zahl nicht.
Stand 2022, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Haushalte mit Gigabit-Netz
86,8 %
- Schweiz
- 86,8 %
- Deutschland
- 79,9 %
- Median, 31 Länder
- 86,8 %
Glasfaser plus modernisiertes Kabelnetz (DOCSIS 3.1). Wo viel Kabel liegt, ist dieser Wert deutlich höher als der Glasfaserwert darüber.
Stand 2022, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Haushalte in Reichweite von 5G
96,8 %
- Schweiz
- 96,8 %
- Deutschland
- 99,5 %
- Median, 31 Länder
- 99,2 %
Mindestens ein 5G-Netz erreicht den Haushalt, auch auf umgewidmeten LTE-Frequenzen. Über die Bandbreite sagt das wenig.
Stand 2022, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Glasfaser unter den gebuchten Anschlüssen
35,2 %
- Schweiz
- 35,2 %
- Deutschland
- 13,7 %
- Median, 30 Länder
- 53,5 %
Der Anteil der festen Anschlüsse, die tatsächlich über Glasfaser laufen. Liegt er weit unter der Abdeckung, wird das Netz gebaut, aber wenig gebucht.
Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3
Haushalte mit Internetzugang
99 %
- Schweiz
- 99 %
- Deutschland
- 93,6 %
- Median, 38 Länder
- 95,5 %
Aus einer Befragung: Zu Hause gibt es einen Zugang, fest oder mobil.
Stand 2025, Quelle: Eurostat4
Internetnutzung der 16- bis 74-Jährigen
98,9 %
- Schweiz
- 98,9 %
- Deutschland
- 94,6 %
- Median, 38 Länder
- 94,5 %
Eine einheitliche Befragung in allen erfassten Ländern und deshalb gut vergleichbar.
Stand 2025, Quelle: Eurostat4
Mobile Datenverträge je 100 Einwohner
110,2
- Schweiz
- 110,2
- Deutschland
- 101,6
- Median, 30 Länder
- 114,1
Aktive Verträge mit Datenvolumen. Viele Menschen haben mehr als einen, Werte über 100 sind deshalb normal.
Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3
Quellen der Zahlen
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
- Europäische Kommission, Digital Decade (DESI): Indikatoren
- OECD, Broadband and Telecom Database: Data Explorer
- Eurostat, Erhebung zur Internetnutzung in Haushalten: isoc_ci_in_h, isoc_ci_ifp_iu
Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.
Roaming: Es kommt auf deinen Vertrag an
Weil die Schweiz kein EU- oder EWR-Mitglied ist, gilt „Roam like at home“ hier nicht. Manche deutsche Anbieter behandeln das Land freiwillig wie die EU, andere rechnen es als Ausland ab. Laut teltarif.de (Stand September 2026) zählt die Schweiz in vielen neueren Tarifen der Telekom und bei deren Marke fraenk wie ein EU-Land. Vodafone, o2 und 1&1 verlangen Zusatzoptionen oder rechnen nach Verbrauch ab, congstar schließt Datenroaming in neueren Tarifen ein.
Lies vor der Reise die Roaming-Bedingungen deines eigenen Tarifs, sonst wird ein Wochenende in Zermatt teuer. Brauchst du viel Datenvolumen, ist eine Schweizer Prepaid-Karte oder eine Reise-eSIM die Alternative.
Eine Schweizer SIM-Karte bekommst du nur mit Ausweis. Das Überwachungsgesetz BÜPF schreibt die Registrierung vor, auch für Prepaid. Swisscom bietet an, die Identifizierung online zu erledigen und die fertige Karte im Laden abzuholen.
Drei Netze und viele Marken
Mobilfunknetze betreiben Swisscom, Sunrise und Salt, alle mit LTE und 5G. Swisscom und Sunrise haben 3G abgeschaltet. Günstigere Marken wie Wingo von Swisscom oder yallo von Sunrise funken im Netz ihrer Mutter.
Salt hieß bis April 2015 Orange. Der französische Unternehmer Xavier Niel hatte die Firma gekauft und ihr den neuen Namen gegeben. Sunrise ging 2020 an Liberty Global und wurde mit dem Kabelnetzbetreiber UPC verschmolzen, der früher Cablecom hieß. Im November 2024 spaltete Liberty Global Sunrise wieder ab, seitdem ist das Unternehmen an der Schweizer Börse.
Glasfaser, Kabel und ein langer Streit
Bei der Glasfaser liegt die Schweiz laut der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom unter dem OECD-Schnitt. Gebaut wird trotzdem an vielen Stellen gleichzeitig: von Swisscom, oft gemeinsam mit städtischen Elektrizitätswerken, von Kabelnetzbetreibern und von Firmen wie Swiss Fibre Net oder Swiss4net. Sonst bleibt VDSL oder Koaxkabel. Das Kabel erklärt auch, warum die Gigabit-Abdeckung in der Tabelle so viel höher ist als die reine Glasfaser.
Wie gebaut wird, war jahrelang ein Fall für die Gerichte. 2020 stellte Swisscom auf eine Bauweise um, bei der sich mehrere Haushalte eine Faser teilen. Der Anbieter Init7 beschwerte sich, weil Konkurrenten so keine eigene Leitung mehr mieten konnten. Die Wettbewerbskommission stoppte das, das Bundesgericht bestätigte den Stopp im November 2022, und Swisscom baut seitdem weitgehend wieder eine Faser pro Wohnung. Im April 2024 verhängte die WEKO zusätzlich eine Busse von 18 Millionen Franken, gegen die Swisscom Beschwerde angekündigt hat.
Für dich ist das kein Detail. Eine eigene Faser bis in die Wohnung ist die Voraussetzung dafür, dass kleine Anbieter mit 10 oder 25 Gbit/s überhaupt liefern können.
Auf dem Land soll ein befristetes Förderprogramm die Lücken schließen, 2025 schickte der Bundesrat den Entwurf für ein Breitbandförderungsgesetz in die Vernehmlassung. Mehr dazu steht auf der Seite des BAKOM zur Gigabitstrategie des Bundes. Die Versorgung zeigt der Breitbandatlas des Amts kleinräumig.
Beim Einzug: die Nummer auf der Dose
In vielen Wohnungen sitzt eine Glasfaserdose an der Wand, in der Schweiz OTO genannt. Auf ihr klebt eine Kennung aus einem Buchstaben und neun oder zehn Ziffern, die OTO-ID, und die gibst du bei der Bestellung an, egal ob bei Swisscom, Sunrise, Init7 oder iWay. Ohne sie geht nichts.
Findest du die Nummer nicht, frag die Verwaltung oder den Vormieter. Gibt es keine OTO, bleibt die Telefon- oder die Kabeldose.
Satellit in den Bergen
Starlink ist in der Schweiz erhältlich und eine Option für Maiensäss und abgelegene Höfe. In Dörfern mit Glasfaser, Kabel oder gutem 5G-Empfang lohnt es sich selten.
Behörden
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) ist für Frequenzen, Grundversorgung und den Breitbandatlas zuständig. Die ComCom vergibt Mobilfunkkonzessionen und entscheidet über Zugang zu Netzen. Wettbewerbsfragen wie den Glasfaserstreit prüft die Wettbewerbskommission WEKO.
Internetanbieter in der Schweiz
Swisscom
- Glasfaser
- DSL
- Mobilfunk
Der frühere Staatsbetrieb ist Marktführer bei Festnetz und Mobilfunk und baut Glasfaser allein oder mit städtischen Elektrizitätswerken. Unter der Marke Wingo verkauft Swisscom günstigere Abos im eigenen Netz.
Sunrise
- Kabel
- Glasfaser
- Mobilfunk
Die Nummer zwei vereint seit 2020 das Mobilfunknetz von Sunrise mit dem Kabelnetz von UPC, früher Cablecom. Seit November 2024 wieder eigenständig und börsennotiert. Zu Sunrise gehört die Marke yallo.
Früher: UPC Cablecom, Cablecom
Salt
- Glasfaser
- Mobilfunk
Das dritte Mobilfunknetz, bis 2015 als Orange bekannt und im Besitz von Xavier Niel. Verkauft auch Internet, TV und Telefonie über Glasfaser.
Früher: Orange
Quickline
- Kabel
- Glasfaser
- Mobilfunk
Verbund regionaler Energieversorger und Kabelnetzbetreiber mit Sitz in Nidau. Die Partner liefern Internet, TV und Festnetz über ihre Kabelnetze und zunehmend über Glasfaser, dazu gibt es Mobilfunk.
Init7
- Glasfaser
Anbieter aus Winterthur, der auf Glasfaser mit eigener Faser bis in die Wohnung setzt und symmetrisch bis 25 Gbit/s anbietet. Init7 brachte den Glasfaserstreit mit Swisscom ins Rollen.
iWay
- Glasfaser
- DSL
Anbieter aus dem Raum Zürich mit Internet über Glasfaser bis 10 Gbit/s und über DSL, wo keine Glasfaser liegt.
green.ch
- Glasfaser
- DSL
Schweizer Provider mit Internet, TV und Festnetz für Privatkunden über Glasfaser und DSL. Gehört dem Investor IFM.
Wingo
- Glasfaser
- DSL
- Mobilfunk
Günstigere Marke von Swisscom für Internet und Mobilfunk im Swisscom-Netz.
yallo
- Glasfaser
- Mobilfunk
Günstigere Marke von Sunrise für Mobilfunk, Internet und TV im Sunrise-Netz.
Starlink
- Satellit
Satelliten-Internet von SpaceX, in der Schweiz erhältlich. Gedacht für Lagen ohne Glasfaser, Kabel oder brauchbaren Mobilfunk.
Nachgefragt: Internet in der Schweiz
Gilt „Roam like at home“ auch in der Schweiz?
Nein. Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR, was dein Handy dort kostet, legt dein deutscher Anbieter fest. Laut teltarif.de zählt das Land in vielen neueren Telekom-Tarifen und bei fraenk wie die EU, congstar schließt Datenroaming in neueren Tarifen ein. Vodafone, o2 und 1&1 verlangen Zusatzoptionen oder rechnen nach Verbrauch ab. Lies vor der Reise die Bedingungen deines Tarifs.
Bekomme ich eine Schweizer Prepaid-Karte ohne Ausweis?
Nein. Das Überwachungsgesetz BÜPF verlangt, dass jede SIM-Karte registriert wird, auch Prepaid. Bei Swisscom kannst du dich online identifizieren und die fertige Karte im Laden abholen. Eine Schweizer Karte oder eine Reise-eSIM lohnt sich, wenn du viel Datenvolumen brauchst und dein deutscher Tarif die Schweiz als teures Ausland abrechnet.
Was ist die OTO-ID, nach der die Anbieter fragen?
Die Kennung deiner Glasfaserdose. Auf der Dose an der Wand klebt eine Nummer aus einem Buchstaben und neun oder zehn Ziffern. Ohne diese Nummer kannst du bei Swisscom, Sunrise, Init7 oder iWay keine Glasfaser bestellen. Findest du keine, frag die Verwaltung oder den Vormieter. Gibt es gar keine OTO, bestellst du über die Telefon- oder Kabeldose.
Welche Anbieter gibt es in der Schweiz?
Die drei Großen sind Swisscom, Sunrise und Salt, jeweils mit eigenem Mobilfunknetz. Sunrise hat außerdem das frühere UPC-Kabelnetz. Günstigere Marken im selben Netz sind Wingo bei Swisscom und yallo bei Sunrise. Für Glasfaser gibt es kleinere Anbieter wie Init7, iWay und green.ch, und in vielen Regionen liefern die Partner von Quickline über Kabel und Glas.
Kann ich in der Schweiz Internet mit 10 oder 25 Gbit/s buchen?
Ja, wenn eine eigene Faser bis in deine Wohnung führt. Init7 bietet symmetrisch bis 25 Gbit/s, iWay bis 10 Gbit/s. Dass kleine Anbieter überhaupt eine eigene Leitung mieten können, ist Folge des Glasfaserstreits: Nach dem Urteil des Bundesgerichts 2022 baut Swisscom weitgehend wieder eine Faser pro Wohnung. Liegt keine Glasfaser, bleiben VDSL oder das Koaxkabel.
Lohnt sich Starlink in den Schweizer Bergen?
Auf dem Maiensäss oder dem abgelegenen Hof schon. Starlink ist in der Schweiz erhältlich. In Dörfern mit Glasfaser, Kabel oder gutem 5G-Empfang rechnet es sich dagegen selten. Was an einer Adresse verfügbar ist, zeigt der Breitbandatlas des BAKOM sehr kleinräumig, schau dort nach, bevor du eine Satellitenantenne bestellst.
Wie gut ist Schweiz mit Glasfaser versorgt?
Etwa auf dem Stand von Deutschland: 43,1 % der Haushalte in der Schweiz können Glasfaser bis ins Gebäude bekommen, in Deutschland 44 % (Stand 2025). Quelle für Schweiz: EU-Kommission (DESI), Stand 2022. Gebucht ist die Faser bei 35,2 % der festen Anschlüsse (Deutschland 13,7 %), laut OECD, Stand Dezember 2024.
Wie weit reicht 5G in der Schweiz?
Ein 5G-Netz erreicht 96,8 % der Haushalte in der Schweiz, in Deutschland sind es 99,5 % (Stand 2025). Quelle für Schweiz: EU-Kommission (DESI), Stand 2022. Über das Tempo sagt der Wert wenig, denn 5G funkt oft auf alten LTE-Frequenzen.
Quellen
- teltarif.de: Roaming in der Schweiz (Stand 03.09.2026), abgerufen am 16.9.2026
- Your Europe: Roaming in der EU, abgerufen am 16.9.2026
- moneyland.ch: Mobiles Internet für Touristen in der Schweiz, Prepaid-Registrierung, abgerufen am 16.9.2026
- NZZ: Obligatorische Registrierung von Prepaid-Telefonkarten, abgerufen am 16.9.2026
- swissinfo.ch: Mobilfunkanbieter Orange Schweiz wird zu Salt, abgerufen am 16.9.2026
- swissinfo.ch: Sunrise-Abspaltung von Liberty Global ist abgeschlossen, abgerufen am 16.9.2026
- Liberty Global: Sunrise Spin-off, abgerufen am 16.9.2026
- ComCom: Glasfaser in der Schweiz, abgerufen am 16.9.2026
- SRF: Swisscom erleidet Niederlage im Glasfaserstreit vor Bundesgericht (29.11.2022), abgerufen am 16.9.2026
- swissinfo.ch: Rückschlag der Swisscom vor Bundesgericht im Glasfaserstreit, abgerufen am 16.9.2026
- inside-it.ch: Weko büsst Swisscom mit 18 Millionen Franken (25.04.2024), abgerufen am 16.9.2026
- BAKOM: Gigabitstrategie des Bundes, abgerufen am 16.9.2026
- Sunrise: Glasfasersteckdose (OTO), abgerufen am 16.9.2026
- iWay Knowledge Base: Nummer der Glasfaserdose (OTO-ID), abgerufen am 16.9.2026
- moneyland.ch: Starlink in der Schweiz, abgerufen am 16.9.2026
- Init7: Fiber7, Glasfaser bis 25 Gbit/s, abgerufen am 16.9.2026
- Wingo: im Netz von Swisscom, abgerufen am 16.9.2026
- yallo: Sunrise-Netzwerk, abgerufen am 16.9.2026
- Quickline: Verbund, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Quickline, abgerufen am 16.9.2026
- Salt: Salt Home, Internet über Glasfaser, abgerufen am 16.9.2026
- green.ch: Über Green, abgerufen am 16.9.2026