Internetanbieter in Russland

Technisch ist Russland ein gut vernetztes Land. In den Großstädten liegt Glasfaser bis in die Wohnblocks, vier Mobilfunknetze decken das bewohnte Gebiet ab, und seit September 2026 funkt in den ersten Städten auch 5G.

Aber das Netz, das du dort vorfindest, ist ein anderes als vor 2022. Sperren, Drosselungen und stundenweise abgeschaltetes mobiles Internet gehören zum Alltag. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Russische Föderation, und zwar für das ganze Land. Diese Seite beschreibt den Markt, sie empfiehlt keinen Anbieter.

Internet in Russland in Zahlen

Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.

Für alle Länder vergleichbar

  • Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner

    27,1

    Russland
    27,1
    Deutschland
    45,6
    Median, 42 Länder
    36,4

    Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank

  • Anteil der Menschen im Internet

    94,4 %

    Russland
    94,4 %
    Deutschland
    93,5 %
    Median, 42 Länder
    92,1 %

    Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank

Was sich seit 2022 geändert hat

Laut Auswärtigem Amt kommt es regelmäßig zu Internetsperren, Abschaltungen und Drosselungen, meist begrenzt auf einzelne Städte, Stadtteile oder Regionen. Moskau und St. Petersburg sind davon nicht ausgenommen. WhatsApp und andere Kommunikationsdienste funktionieren nur stark eingeschränkt. Ein VPN ist nicht grundsätzlich verboten, wird aber kontrolliert und zunehmend behindert; wer ein nicht verifiziertes VPN nutzt, macht sich strafbar.

Seit September 2025 gibt es für die Abschaltungen eine Liste freigegebener Dienste. Ist das mobile Internet in einer Region gekappt, bleiben nur diese erreichbar: das Behördenportal Gosuslugi, große Banken, VK, Yandex, einige Marktplätze und der staatliche Messenger Max. Im März 2026 war das Zentrum Moskaus fast drei Wochen lang ohne mobiles Internet. Das Digitalministerium selbst spricht von regelmäßigen Störungen und begründet sie mit der Abwehr ukrainischer Drohnen.

Dazu kommt etwas, das mit dem Netz nichts zu tun hat und trotzdem jeden Anschluss betrifft: Deutsche Kredit- und Bankkarten funktionieren in Russland nicht. Auch Überweisungen dorthin sind laut Auswärtigem Amt nicht möglich.

Festnetz: Glasfaser im Wohnblock

Der Festnetzmarkt wird vom staatlich kontrollierten Konzern Rostelecom geprägt. Southern Telecom, Sibirtelecom, Volga Telecom und die übrigen Regionalgesellschaften der früheren Staatsholding Svyazinvest gehören seit 2011 zu Rostelecom. Daneben bieten MTS, MegaFon, Beeline und ER-Telecom mit der Marke Dom.ru Anschlüsse fürs Zuhause an, oft im Paket mit Fernsehen.

Technisch dominiert in den Städten Glasfaser bis ins Gebäude. Russen wohnen überwiegend in mehrstöckigen Häusern, und dort ist das letzte Stück Leitung schnell gelegt. Auf dem Land hält sich DSL, vor allem im Netz von Rostelecom.

Wer dort lebt und einen Anschluss bestellt, zahlt über ein russisches Konto oder bar. Mit einer deutschen Karte kommst du nicht weit.

Mobilfunk und 5G

Vier Netze teilen sich den Markt: MTS, MegaFon, Beeline und T2. Beeline gehörte bis Oktober 2023 zum internationalen Konzern VEON, der sein Russlandgeschäft dann an das örtliche Management verkaufte. T2 ist die frühere Tele2 Russia; sie gehört seit 2020 vollständig zu Rostelecom und trägt den neuen Namen seit September 2024.

5G ging am 11. September 2026 in 16 Großstädten an den Start, nach Jahren der Verzögerung. Weil Militär und Sicherheitsbehörden das international übliche Frequenzband für sich behalten, senden die russischen Netze in einem höheren Band. iPhones können sich dort nicht einbuchen, Android-Geräte sollen nach und nach folgen.

Eine russische SIM-Karte zu kaufen ist für Ausländer seit 2025 aufwendig. Nötig sind unter anderem ein Konto beim Behördenportal Gosuslugi und eine biometrische Erfassung vor Ort.

Roaming mit deutscher SIM-Karte

Russland gehört nicht zur EU-Roamingregelung. Deutsche Netzbetreiber führen das Land in ihren teuren Weltzonen; Vodafone nennt MegaFon und Beeline als Partnernetze. Rechne damit, dass deine SIM-Karte nach der Einreise zunächst nicht surft: Laut Auswärtigem Amt werden ausländische Karten meist für 24 Stunden für mobiles Internet und SMS gesperrt. Und die regionalen Abschaltungen treffen Roaminggäste genauso wie Einheimische.

Satellit

Starlink ist in Russland nicht zugelassen. Seit Ende April 2026 ist die Einfuhr ausländischer Satellitenterminals ohne russische Frequenzzuteilung ausdrücklich verboten. Ein eigenes System namens Rasswet ist im Aufbau, die ersten Satelliten starteten im März 2026.

Aufsicht

Zuständig für Telekommunikation und für die Sperren ist die Aufsichtsbehörde Roskomnadzor. Deren Website war bei unserer Recherche aus Deutschland nicht erreichbar, deshalb steht hier kein Link.

Internetanbieter in Russland

  • Rostelecom

    • Glasfaser
    • DSL

    Staatlich kontrollierter Konzern, nach eigener Darstellung der größte Anbieter digitaler Dienste in Russland. In ihm sind 2011 die früheren Regionalgesellschaften von Svyazinvest aufgegangen. Zu Rostelecom gehört auch der Mobilfunker T2.

    msk.rt.ru

  • MTS

    • Mobilfunk
    • Glasfaser

    Einer der vier landesweiten Mobilfunknetzbetreiber. Bietet in vielen Städten auch Festnetzinternet an, in Moskau über die Tochter MGTS.

    moskva.mts.ru

  • MegaFon

    • Mobilfunk
    • Glasfaser

    Landesweiter Mobilfunknetzbetreiber mit Internet fürs Zuhause in größeren Städten. Partnernetz deutscher Anbieter fürs Roaming.

    moscow.megafon.ru

  • Beeline

    • Mobilfunk
    • Glasfaser

    Marke von VimpelCom. Seit dem Rückzug von VEON im Oktober 2023 in russischem Besitz. Bietet Mobilfunk und in Städten Festnetzinternet.

    Früher: VimpelCom, Golden Telecom

    moskva.beeline.ru

  • T2

    • Mobilfunk

    Vierter landesweiter Mobilfunknetzbetreiber, seit 2020 vollständig im Besitz von Rostelecom. Die Website war aus Deutschland nicht abrufbar.

    Früher: Tele2

  • Dom.ru

    • Glasfaser

    Festnetzmarke von ER-Telecom, einem der großen privaten Anbieter für Internet und Fernsehen in russischen Regionalstädten. Die Website war aus Deutschland nicht abrufbar.

    Früher: ER-Telecom

Nachgefragt: Internet in Russland

Kostet Roaming mit deutscher SIM-Karte in Russland extra?

Ja. Russland gehört nicht zur EU-Roamingregelung, deutsche Netzbetreiber rechnen das Land in ihren teuren Weltzonen ab. Nach der Einreise werden ausländische Karten laut Auswärtigem Amt meist für 24 Stunden für mobiles Internet und SMS gesperrt. Und wenn eine Region das mobile Internet abschaltet, trifft das Roaminggäste genauso wie Einheimische.

Warum fällt das mobile Internet in Russland immer wieder aus?

Weil es regelmäßig gesperrt, gedrosselt oder in Städten und Regionen abgeschaltet wird, auch in Moskau und St. Petersburg. Seit September 2025 bleiben dabei nur Dienste einer Freigabeliste erreichbar, etwa Gosuslugi, große Banken, VK und Yandex. WhatsApp und andere Messenger funktionieren nur stark eingeschränkt. Das Digitalministerium begründet die Störungen mit der Abwehr ukrainischer Drohnen.

Darf ich in Russland ein VPN verwenden?

Ein VPN ist nicht grundsätzlich verboten, aber riskant. Laut Auswärtigem Amt werden VPN-Dienste kontrolliert und zunehmend behindert. Wer ein nicht verifiziertes VPN nutzt, macht sich strafbar. Verlass dich also nicht darauf, gesperrte Dienste vor Ort über ein VPN zu erreichen. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Russische Föderation.

Kann ich als Ausländer in Russland eine SIM-Karte kaufen?

Ja, aber seit 2025 mit großem Aufwand. Nötig sind unter anderem ein Konto beim Behördenportal Gosuslugi und eine biometrische Erfassung vor Ort. Beim Bezahlen folgt die nächste Hürde: Deutsche Kredit- und Bankkarten funktionieren in Russland nicht, und Überweisungen dorthin sind laut Auswärtigem Amt ebenfalls nicht möglich.

Funktioniert Starlink in Russland?

Nein. Starlink ist in Russland nicht zugelassen, und seit Ende April 2026 ist die Einfuhr ausländischer Satellitenterminals ohne russische Frequenzzuteilung ausdrücklich verboten. Russland baut mit Rasswet ein eigenes System auf, dessen erste Satelliten im März 2026 gestartet sind. Ein Terminal im Gepäck ist also keine Lösung für die Sperren.

Wie viele Menschen in Russland nutzen das Internet?

94,4 % der Menschen in Russland waren in den letzten drei Monaten online, ähnlich viele wie in Deutschland (93,5 %). Quelle: ITU über die Weltbank, Stand 2024. Auf 100 Einwohner kommen 27,1 feste Internetanschlüsse, in Deutschland 45,6 (ITU über die Weltbank, Stand 2024).

Quellen

  1. Auswärtiges Amt: Russische Föderation, Reise- und Sicherheitshinweise, abgerufen am 16.9.2026
  2. Mediazona: Russia's internet censorship in 2026, abgerufen am 16.9.2026
  3. The Moscow Times: Russia Launches First 5G Networks After Years of Delays (11.09.2026), abgerufen am 16.9.2026
  4. Meduza: Russia bans imports of foreign satellite terminals, including Starlink (01.05.2026), abgerufen am 16.9.2026
  5. VEON closes the sale of its Russia operations (09.10.2023), abgerufen am 16.9.2026
  6. Wikipedia: Rostelecom, abgerufen am 16.9.2026
  7. Wikipedia: T2 (telecommunications company), abgerufen am 16.9.2026
  8. BuddeComm: Russia Fixed Broadband Market, abgerufen am 16.9.2026
  9. Van Rhijn & Partners: Buying a Russian SIM Card in 2025, abgerufen am 16.9.2026
  10. Vodafone InfoDok 443: Vodafone World und World Data (September 2026), abgerufen am 16.9.2026