Internetanbieter in Moldawien

Die Republik Moldau, auf Deutsch lange Moldawien genannt, ist beim Festnetz weiter, als viele in Deutschland vermuten. In Chișinău und den Bezirksstädten kommt Internet fast nur noch über Glasfaser ins Haus. Kupfer spielt kaum noch eine Rolle.

Für Reisende hat sich 2026 etwas Grundsätzliches geändert: Seit dem 1. Januar gehört das Land zum Roamingraum der EU. Deine deutsche SIM-Karte funktioniert dort wie in Österreich oder Italien. Mit einer Ausnahme östlich des Dnister.

Internet in Moldawien in Zahlen

Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.

Für alle Länder vergleichbar

  • Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner

    29,6

    Moldawien
    29,6
    Deutschland
    45,6
    Median, 42 Länder
    36,4

    Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1

  • Anteil der Menschen im Internet

    77,4 %

    Moldawien
    77,4 %
    Deutschland
    93,5 %
    Median, 42 Länder
    92,1 %

    Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.

    Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1

Quellen der Zahlen

  1. Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS

Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.

Wer den Markt unter sich aufteilt

Wer 2013 einen Anschluss wollte, landete meist bei Moldtelecom oder StarNet. An dieser Reihenfolge hat sich weniger geändert als an der Technik. Moldtelecom gehört weiter vollständig dem Staat und ist nach Zahl der Anschlüsse der größte Festnetzanbieter, verliert aber Jahr für Jahr ein wenig Anteil. Auf Platz zwei steht StarNet, dahinter Orange Moldova.

Orange ist erst spät ins Festnetz eingestiegen. 2016 kaufte der Mobilfunker den Kabelnetzbetreiber Sun Communications und verkauft seitdem Internet, Fernsehen und Mobilfunk aus einer Hand. Beim Glasfaserwachstum lag Orange 2025 prozentual vor beiden Konkurrenten.

Daneben gibt es viele kleine Netze, oft auf eine Stadt oder ein paar Viertel beschränkt. Arax etwa baut seit Jahren Glasfaser in Chișinău und den Vororten. Für 2025 meldeten beim Regulierer 216 Unternehmen Tätigkeiten in der elektronischen Kommunikation, vom Dorfnetz bis zum Konzern.

Von den Mobilfunkmarken der alten Seite existiert nur noch eine unter dem alten Namen. Unité, die Mobilfunkmarke von Moldtelecom, ging 2021 in der Dachmarke Moldtelecom auf. Moldcell gehört seit 2020 nicht mehr zum schwedisch-finnischen Telia-Konzern, sondern zur nepalesischen CG Corp Global.

Festnetz: fast nur noch Glasfaser

Die Jahresstatistik des Regulierers ARCOM (früher ANRCETI) ist hier eindeutig. Ende 2025 liefen rund 97 von 100 Festnetzanschlüssen über FTTx, also Glasfaser bis ins Gebäude oder in die Wohnung. Die übrigen Techniken, vor allem DSL und ältere Kabelnetze, schrumpften in einem Jahr um fast die Hälfte.

Auch die Bandbreiten sind hoch. Am häufigsten buchen Haushalte zwischen 100 und 500 MBit/s, fast drei von zehn liegen darüber. StarNet bewirbt bereits Anschlüsse mit 10 Gbit/s über XGS-PON.

Der Unterschied liegt zwischen Stadt und Dorf. In den Städten hat laut ARCOM praktisch jeder Haushalt einen festen Anschluss, auf dem Land deutlich weniger. Die Dörfer holen auf, 2025 kam dort ein spürbarer Schub neuer Anschlüsse dazu. Wo noch keine Faser liegt, bleibt LTE der übliche Weg ins Netz.

Mobilfunk: drei Netze, 5G am Anfang

Drei Betreiber funken mit eigener Technik: Orange Moldova, Moldcell und Moldtelecom. Orange ist der größte, auch beim Umsatz des gesamten Telekommarkts. Das Unternehmen startete 1998 als Voxtel und trägt seit 2007 den Namen des französischen Mutterkonzerns.

Beim LTE-Netz haben Orange und Moldcell das Land nach eigenen Meldungen an den Regulierer praktisch vollständig abgedeckt. Moldtelecom lag lange weit zurück und hat 2025 stark aufgeholt, reicht in der Fläche aber noch nicht ganz an die beiden heran.

Und 5G? Für 2025 verzeichnet ARCOM den Beginn des Ausbaus. Orange hat das mit Abstand größte 5G-Netz, Moldcell steht noch am Anfang, und Moldtelecom meldete Ende 2025 noch kein 5G. Rechne außerhalb von Chișinău und einigen größeren Städten also mit LTE.

Reisen: Roaming, Prepaid und Transnistrien

Im Juli 2025 beschloss die EU gemeinsam mit Moldau, das Land in „Roam like at home“ aufzunehmen. Seit dem 1. Januar 2026 telefonierst, schreibst und surfst du dort mit deinem deutschen Tarif ohne Aufschlag, im Rahmen derselben Fair-Use-Regeln wie in der EU. Vodafone Deutschland hat das nach eigenen Angaben schon ab Mitte Dezember 2025 umgesetzt, Telekom und O2 zum Stichtag.

An den Grenzen musst du nicht mehr aufpassen. Rumänien und die Ukraine gehören beide zur Roamingzone, ein ungewollter Netzwechsel kostet also nichts extra.

Eine örtliche Prepaid-Karte lohnt sich nur noch für lange Aufenthalte oder viel Datenvolumen. Es gibt sie am Flughafen und in den Shops der drei Netzbetreiber. Die Regierung arbeitet an einem Gesetz, das anonyme Prepaid-Karten abschafft; wer eine Karte kauft, soll sich dann mit Ausweis oder Pass identifizieren. Nimm deinen Pass also ohnehin mit.

In Transnistrien gilt das alles nicht verlässlich. Die abtrünnige Region östlich des Dnister steht nicht unter Kontrolle der Regierung in Chișinău und hat mit IDC (Interdnestrcom) ihren eigenen Netzbetreiber, der nur noch LTE mit VoLTE betreibt. Moldauische Netze reichen kaum hinein. Ob dein deutscher Anbieter dort ein Partnernetz hat und was es kostet, musst du vorher bei ihm erfragen. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Transnistrien ab.

Umzug nach Moldau: so kommst du an einen Anschluss

In Chișinău konkurrieren Moldtelecom, StarNet, Orange und kleinere Netze wie Arax um dieselben Wohnblöcke. Frag vor der Bestellung den Vermieter oder die Nachbarn, welcher Anbieter im Haus schon eine Leitung hat. Liegt die Faser schon im Gebäude, fehlt meist nur noch das Endgerät in der Wohnung.

Welche Dokumente Ausländer beim Vertragsabschluss vorlegen müssen, veröffentlichen die Anbieter nicht einheitlich. Frag im Shop nach, bevor du hingehst, und nimm Pass und Mietvertrag mit.

Ziehst du aufs Land, sieh zuerst nach, ob der Ort schon Glasfaser hat. Wenn nicht, sind LTE-Router von Orange oder Moldcell die naheliegende Lösung. Starlink ist seit 2022 im Land verfügbar und bleibt für abgelegene Höfe die Alternative.

Internetanbieter in Moldawien

  • Moldtelecom

    • Glasfaser
    • Mobilfunk

    Der frühere Staatsmonopolist gehört weiter vollständig dem Staat und ist der größte Festnetzanbieter des Landes, heute fast ausschließlich über Glasfaser. Seit 2021 laufen auch die Mobilfunkangebote unter dem Namen Moldtelecom. Das LTE-Netz ist kleiner als das der beiden Konkurrenten.

    Früher: Unité

    moldtelecom.md

  • StarNet

    • Glasfaser

    Der zweitgrößte Festnetzanbieter setzt seit Mitte der 2000er-Jahre auf Glasfaser und ist in den großen Städten und Bezirkszentren vertreten. StarNet bewirbt Anschlüsse bis 10 Gbit/s und bietet Fernsehen dazu.

    starnet.md

  • Orange Moldova

    • Glasfaser
    • Mobilfunk

    Größter Mobilfunkbetreiber und Marktführer beim Umsatz, mit dem bislang größten 5G-Netz des Landes. Seit der Übernahme von Sun Communications 2016 auch Festnetzanbieter, heute auf Platz drei bei den Anschlüssen und dort am schnellsten wachsend.

    Früher: Voxtel

    orange.md

  • Moldcell

    • Mobilfunk

    Zweites großes Mobilfunknetz mit landesweitem LTE und ersten 5G-Standorten. Telia hat das Unternehmen 2020 an CG Corp Global verkauft.

    moldcell.md

  • Arax

    • Glasfaser

    Regionaler Glasfaseranbieter für Chișinău und umliegende Orte wie Durlești, Codru und Stăuceni. Internet gibt es allein oder zusammen mit Fernsehen.

    arax.md

  • IDC (Interdnestrcom)

    • Mobilfunk

    Einziger Mobilfunkbetreiber in Transnistrien, der Region außerhalb der Kontrolle der moldauischen Regierung. IDC bietet dort auch Festnetz, Internet und Fernsehen an. Das Mobilnetz läuft nur noch über LTE, Telefonate brauchen VoLTE.

    idc.md

  • Starlink

    • Satellit

    Satelliteninternet von SpaceX, in Moldau seit 2022 verfügbar. Eine Option für Orte ohne Glasfaser und mit schwachem LTE.

    starlink.com

Nachgefragt: Internet in Moldawien

Gilt mein deutscher Handytarif auch in Moldau?

Ja, seit dem 1. Januar 2026. Moldau gehört seitdem zum Roamingraum der EU, und du telefonierst und surfst ohne Aufschlag nach denselben Fair-Use-Regeln wie in der EU. Vodafone hat das nach eigenen Angaben schon Mitte Dezember 2025 umgesetzt, Telekom und O2 zum Stichtag. Auch ein Netzwechsel an der Grenze zu Rumänien oder zur Ukraine kostet nichts extra.

Funktioniert mein Handy in Transnistrien?

Nicht verlässlich. Die Roamingregeln gelten östlich des Dnister nicht sicher. Die Region hat mit IDC einen eigenen Netzbetreiber, der nur noch LTE mit VoLTE betreibt, und moldauische Netze reichen kaum hinein. Ob dein deutscher Anbieter dort ein Partnernetz hat und was das kostet, erfragst du vorher bei ihm. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Transnistrien ab.

Lohnt sich in Moldau eine örtliche Prepaid-Karte?

Nur bei langen Aufenthalten oder viel Datenvolumen, denn dein deutscher Tarif gilt im Land wie zu Hause. Karten bekommst du am Flughafen und in den Shops von Orange, Moldcell und Moldtelecom. Nimm den Pass mit: Die Regierung arbeitet an einem Gesetz, das anonyme Prepaid-Karten abschafft, danach soll sich jeder Käufer ausweisen.

Wie kommt das Internet in Moldau ins Haus?

Fast immer über Glasfaser. In Chișinău und den Bezirksstädten spielt Kupfer kaum noch eine Rolle, DSL und alte Kabelnetze schrumpfen schnell. StarNet bewirbt sogar Anschlüsse bis 10 Gbit/s. Auf dem Dorf liegt seltener Faser, die Orte holen aber auf. Wo noch keine Leitung liegt, gehst du meist über LTE ins Netz.

Wie finde ich nach dem Umzug nach Chișinău einen Anschluss?

Frag zuerst Vermieter oder Nachbarn, welcher Anbieter im Haus schon eine Leitung hat. Moldtelecom, StarNet, Orange und kleinere Netze wie Arax werben um dieselben Wohnblöcke, und liegt die Faser schon im Gebäude, fehlt meist nur das Endgerät. Welche Dokumente Ausländer brauchen, regeln die Anbieter unterschiedlich. Erkundige dich im Shop und nimm Pass und Mietvertrag mit.

Welche Anbieter sind in Moldau die großen?

Im Festnetz der Staatsbetrieb Moldtelecom vor StarNet und Orange Moldova. Mobilfunknetze betreiben Orange, Moldcell und Moldtelecom, wobei Orange der größte ist und das weitaus größte 5G-Netz hat. Viele alte Namen sind verschwunden: Unité läuft seit 2021 als Moldtelecom, Voxtel heißt seit 2007 Orange, und Moldcell gehört seit 2020 nicht mehr zu Telia.

Welche Lösung gibt es in moldauischen Dörfern ohne Glasfaser?

Meist einen LTE-Router von Orange oder Moldcell, deren Netze das Land praktisch vollständig abdecken. Moldtelecom hat beim LTE aufgeholt, reicht in der Fläche aber noch nicht ganz heran. Für abgelegene Höfe bleibt Starlink, seit 2022 in Moldau verfügbar. Sieh trotzdem zuerst nach, ob dein Ort nicht schon Glasfaser bekommen hat.

Wie viele Menschen in Moldawien nutzen das Internet?

77,4 % der Menschen in Moldawien waren in den letzten drei Monaten online, weniger als in Deutschland (93,5 %). Quelle: ITU über die Weltbank, Stand 2024. Auf 100 Einwohner kommen 29,6 feste Internetanschlüsse, in Deutschland 45,6 (ITU über die Weltbank, Stand 2024).

Quellen

  1. ARCOM: Anuar statistic privind dezvoltarea comunicațiilor electronice în Republica Moldova 2025, abgerufen am 16.9.2026
  2. ARCOM: Piața comunicațiilor electronice a continuat să se dezvolte în anul 2025, abgerufen am 16.9.2026
  3. Agenția Proprietății Publice: Moldtelecom, abgerufen am 16.9.2026
  4. EU for Moldova: From 1 January 2026, Moldova joins the Roam Like at Home area, abgerufen am 16.9.2026
  5. Rat der EU: EU mobile roaming benefits extended to Moldova and Ukraine as of 2026 (25.07.2025), abgerufen am 16.9.2026
  6. TECHBOOK: Roaming in der Ukraine und Moldau ab 2026 ohne Zusatzkosten, abgerufen am 16.9.2026
  7. teltarif.de: Roaming in Moldau (Stand 02.09.2026), abgerufen am 16.9.2026
  8. Auswärtiges Amt: Republik Moldau, Reise- und Sicherheitshinweise, abgerufen am 16.9.2026
  9. Fierce Network: Orange advances quad-play strategy with acquisition of Moldova's Sun Communications, abgerufen am 16.9.2026
  10. Wikipedia: Moldcell (Verkauf durch Telia an CG Cell Technologies 2020), abgerufen am 16.9.2026
  11. Logos Press: Mobile communication in Moldova, a classic market story (Unité unter der Marke Moldtelecom seit 2021), abgerufen am 16.9.2026
  12. Wikipedia (ro): Orange Moldova (Voxtel, Umbenennung 2007), abgerufen am 16.9.2026
  13. Logos Press: The Cabinet of Ministers will review a bill on the identification of prepaid SIM card users next week (13.06.2026), abgerufen am 16.9.2026
  14. Moldpres: Mobile phone SIM cards to be sold only with ID card in Moldova (25.02.2026), abgerufen am 16.9.2026
  15. Wikipedia: Interdnestrcom, abgerufen am 16.9.2026
  16. StarNet: 10 Gbps + Wi-Fi 7, abgerufen am 16.9.2026
  17. Arax: Internet prin fibră optică, abgerufen am 16.9.2026
  18. Tesmanian: SpaceX Starlink is now available in Moldova, abgerufen am 16.9.2026