Slowenien ist klein, aber beim Festnetz weiter als die meisten Nachbarn. Laut der Regulierungsbehörde AKOS läuft die Mehrheit der Breitbandanschlüsse über Glasfaser, das Kabelnetz folgt, und beide zusammen machen vier von fünf Anschlüssen aus. Die alte Kupferleitung soll ganz verschwinden.
Wer an die Küste, in die Julischen Alpen oder zum Arbeiten nach Ljubljana geht, trifft auf vier Anbieter mit eigenem Netz. Ob es bald nur noch drei sind, entscheidet gerade die Wettbewerbsbehörde.
- Zahlen
- Glas, Koax und das Ende des Kupfers
- Alles im Paket
- Aus Si.mobil wurde A1, aus Tušmobil Telemach
- Vier Mobilfunknetze
- Umziehen und Vertrag
- Aufsicht
- Anbieter
- Fragen
Internet in Slowenien in Zahlen
Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.
Für alle Länder vergleichbar
Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner
34,2
- Slowenien
- 34,2
- Deutschland
- 45,6
- Median, 42 Länder
- 36,4
Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Anteil der Menschen im Internet
90,8 %
- Slowenien
- 90,8 %
- Deutschland
- 93,5 %
- Median, 42 Länder
- 92,1 %
Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Ausbau und Nutzung
Haushalte mit Glasfaser am Haus
83,9 %
- Slowenien
- 83,9 %
- Deutschland
- 44 %
- Median, 31 Länder
- 81,8 %
Die Faser liegt bis ins Gebäude oder bis in die Wohnung. Ob dort auch jemand einen Vertrag bucht, sagt diese Zahl nicht.
Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Haushalte mit Gigabit-Netz
83,9 %
- Slowenien
- 83,9 %
- Deutschland
- 79,9 %
- Median, 31 Länder
- 86,8 %
Glasfaser plus modernisiertes Kabelnetz (DOCSIS 3.1). Wo viel Kabel liegt, ist dieser Wert deutlich höher als der Glasfaserwert darüber.
Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Haushalte in Reichweite von 5G
99,4 %
- Slowenien
- 99,4 %
- Deutschland
- 99,5 %
- Median, 31 Länder
- 99,2 %
Mindestens ein 5G-Netz erreicht den Haushalt, auch auf umgewidmeten LTE-Frequenzen. Über die Bandbreite sagt das wenig.
Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Glasfaser unter den gebuchten Anschlüssen
57,3 %
- Slowenien
- 57,3 %
- Deutschland
- 13,7 %
- Median, 30 Länder
- 53,5 %
Der Anteil der festen Anschlüsse, die tatsächlich über Glasfaser laufen. Liegt er weit unter der Abdeckung, wird das Netz gebaut, aber wenig gebucht.
Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3
Gebuchte Anschlüsse ab 100 MBit/s
79,6 %
- Slowenien
- 79,6 %
- Deutschland
- 56,2 %
- Median, 27 Länder
- 79,6 %
Maßgeblich ist die im Vertrag beworbene Bandbreite, nicht eine Messung.
Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Gebuchte Anschlüsse ab 1 Gbit/s
48,6 %
- Slowenien
- 48,6 %
- Deutschland
- 7,1 %
- Median, 26 Länder
- 15,6 %
Auch hier zählt die beworbene Bandbreite. Der Wert zeigt, wie viele Haushalte das schnellste Angebot wirklich nehmen.
Stand 2025, Quelle: EU-Kommission (DESI)2
Haushalte mit Internetzugang
93,5 %
- Slowenien
- 93,5 %
- Deutschland
- 93,6 %
- Median, 38 Länder
- 95,5 %
Aus einer Befragung: Zu Hause gibt es einen Zugang, fest oder mobil.
Stand 2025, Quelle: Eurostat4
Internetnutzung der 16- bis 74-Jährigen
91,6 %
- Slowenien
- 91,6 %
- Deutschland
- 94,6 %
- Median, 38 Länder
- 94,5 %
Eine einheitliche Befragung in allen erfassten Ländern und deshalb gut vergleichbar.
Stand 2025, Quelle: Eurostat4
Mobile Datenverträge je 100 Einwohner
101,7
- Slowenien
- 101,7
- Deutschland
- 101,6
- Median, 30 Länder
- 114,1
Aktive Verträge mit Datenvolumen. Viele Menschen haben mehr als einen, Werte über 100 sind deshalb normal.
Stand Dezember 2024, Quelle: OECD3
Quellen der Zahlen
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
- Europäische Kommission, Digital Decade (DESI): Indikatoren
- OECD, Broadband and Telecom Database: Data Explorer
- Eurostat, Erhebung zur Internetnutzung in Haushalten: isoc_ci_in_h, isoc_ci_ifp_iu
Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.
Glas, Koax und das Ende des Kupfers
Telekom Slovenije begann früh, Glasfaser in die Städte zu legen, T-2 baute sein eigenes Netz daneben. Dazu kommt Telemach mit dem früheren Kabelfernsehen. So viel Wettbewerb auf engem Raum erklärt, warum ein großer Teil der Haushalte hohe Bandbreiten gebucht hat.
2025 hat die AKOS eine Strategie veröffentlicht, um das Kupfernetz schneller abzuschalten. Mit den Betreibern berät sie seitdem, wie der Umstieg ablaufen soll. Hast du noch DSL, rechne damit, dass dir dein Anbieter früher oder später Glasfaser oder Kabel anbietet.
Auf dem Land springt der Staat ein. Das Digitalministerium fördert unter dem Kürzel GOŠO offene Netze in Gegenden, in denen sich der Bau für Firmen nicht lohnt, bezahlt zum Teil aus dem EU-Wiederaufbaufonds. Die Netze müssen mindestens 300 Mbit/s liefern. Einer der Betreiber solcher Netze ist RUNE, auf dessen Glasfaser verschiedene Anbieter ihre Dienste verkaufen.
Alles im Paket
In Slowenien kauft kaum jemand nur Internet. Die meisten Haushalte buchen Pakete, und am häufigsten sind laut AKOS die mit vier Diensten: Internet, Fernsehen, Festnetz und Mobilfunk. Fernsehen kommt dabei meist über das Internet und nicht mehr über Antenne oder Kabel.
Für dich heißt das: Vergleiche Paketpreise, nicht einzelne Tarife. Und prüf vor dem Wechsel, ob die Handyverträge im Paket mit gekündigt werden.
Aus Si.mobil wurde A1, aus Tušmobil Telemach
Die Liste von 2013 gibt es so nicht mehr. Si.mobil, damals schon eine Tochter der Telekom Austria, heißt seit April 2017 A1 Slovenija. Tušmobil ging an Telemach, das zur United Group gehört. Die Adressen von Mobitel und debitel leiten heute direkt auf die Seite von Telekom Slovenije.
Die nächste Fusion hängt fest. Telemach hat im August 2024 vereinbart, T-2 zu übernehmen, und hält vorerst einen Minderheitsanteil. Im März 2026 hat die Wettbewerbsbehörde AVK eine vertiefte Prüfung eingeleitet, weil sie ernste Zweifel hat, ob die Übernahme mit dem Wettbewerb vereinbar ist. Betroffen wären Mobilfunk, Festnetz, Internet und Fernsehen.
Solange nicht entschieden ist, bleibt T-2 ein eigenständiger Anbieter mit Glasfaser, Mobilfunk und Fernsehen.
Vier Mobilfunknetze
Telekom Slovenije, A1, Telemach und T-2 haben 2021 Frequenzen für 5G ersteigert. Günstigere Marken wie bob oder HoT nutzen eines dieser Netze.
Für Urlauber ist das einfach. Slowenien gehört zur EU, deine deutsche SIM-Karte funktioniert zu den Bedingungen deines Tarifs, auch wenn sie sich an der Grenze in ein kroatisches oder italienisches Netz einbucht. In den Bergen und abgelegenen Tälern kann der Empfang abbrechen.
Vorsicht bei der Weiterreise nach Serbien oder Bosnien und Herzegowina. Dort gelten die EU-Regeln nicht, und dein Anbieter rechnet nach seiner Auslandspreisliste ab.
Umziehen und Vertrag
Die Bindung an einen Vertrag darf zu Beginn höchstens 24 Monate dauern, danach darf der Anbieter für Kündigung oder Paketwechsel keine Verwaltungsgebühren mehr verlangen. Lies trotzdem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf versteckte Gebühren weist die AKOS selbst immer wieder hin.
Ziehst du dauerhaft nach Slowenien, hol dir eine slowenische SIM-Karte. Nach den Fair-Use-Regeln darf dein deutscher Anbieter Aufschläge verlangen, wenn du die Karte über vier Monate überwiegend im Ausland nutzt.
Aufsicht
Den Markt reguliert die AKOS (Agencija za komunikacijska omrežja in storitve) in Ljubljana. Die Agentur vergibt Frequenzen, veröffentlicht vierteljährlich Marktberichte und ist auch für Rundfunk, Post und Bahn zuständig. Fusionen prüft die Wettbewerbsbehörde AVK.
Internetanbieter in Slowenien
Telekom Slovenije
- Glasfaser
- DSL
- Mobilfunk
Der frühere Staatsbetrieb ist der größte Anbieter des Landes, mit eigenem Glasfasernetz und Mobilfunknetz. Die früheren Marken Mobitel und debitel sind in Telekom Slovenije aufgegangen.
Früher: Mobitel, debitel
Telemach
- Kabel
- Glasfaser
- Mobilfunk
Der frühere Kabelfernsehanbieter aus der United Group betreibt ein Kabel- und Glasfasernetz und seit dem Kauf von Tušmobil auch ein eigenes Mobilfunknetz mit 5G. Will T-2 übernehmen, die Wettbewerbsbehörde prüft.
Früher: Tušmobil
A1 Slovenija
- Glasfaser
- Kabel
- DSL
- Mobilfunk
- 5G/LTE zu Hause
Hieß bis 2017 Si.mobil und gehört zur A1 Group aus Österreich. Verkauft Internet über eigene und gemietete Glasfaser, Kabel und Kupfer, auch auf dem offenen Netz von RUNE, sowie Internet über 4G und 5G für zu Hause.
Früher: Si.mobil
T-2
- Glasfaser
- DSL
- Mobilfunk
Alternativer Anbieter mit eigenem Glasfasernetz in den Städten, Mobilfunk und Fernsehen. Verkauft auch über offene Netze wie RUNE. Die geplante Übernahme durch Telemach ist noch nicht genehmigt.
bob
- Mobilfunk
Günstige Mobilfunkmarke im Netz von A1 Slovenija.
HoT
- Mobilfunk
Mobilfunkmarke, die über die Hofer-Filialen verkauft wird und im 5G- und LTE-Netz eines großen Betreibers funkt.
Nachgefragt: Internet in Slowenien
Wer hat in Slowenien ein eigenes Netz?
Vier Firmen: Telekom Slovenije als früherer Staatsbetrieb und größter Anbieter, dazu A1 Slovenija, Telemach und T-2. Alle vier haben 2021 Frequenzen für 5G ersteigert und verkaufen auch Internet für zu Hause. Günstige Mobilfunkmarken wie bob oder HoT funken in einem dieser Netze. Namen wie Mobitel, debitel, Si.mobil und Tušmobil findest du nicht mehr am Markt.
Übernimmt Telemach den Anbieter T-2?
Das ist noch offen. Telemach hat den Kauf im August 2024 vereinbart und hält vorerst nur eine Minderheit. Im März 2026 hat die Wettbewerbsbehörde AVK eine vertiefte Prüfung begonnen, weil die Behörde ernste Zweifel hat, ob der Wettbewerb darunter leidet. Bis zur Entscheidung bleibt T-2 ein eigenständiger Anbieter mit Glasfaser, Mobilfunk und Fernsehen.
Was wird aus meinem DSL-Anschluss in Slowenien?
Er hat keine lange Zukunft. Die Regulierungsbehörde AKOS hat 2025 eine Strategie vorgelegt, um das Kupfernetz schneller abzuschalten, und berät mit den Betreibern, wie der Umstieg laufen soll. Rechne also damit, dass dir dein Anbieter irgendwann Glasfaser oder Kabel anbietet. Beides zusammen trägt schon den weitaus größten Teil der Anschlüsse im Land.
Warum bieten slowenische Anbieter fast nur Pakete an?
Weil die meisten Haushalte so kaufen. Laut AKOS sind Pakete mit vier Diensten am häufigsten: Internet, Fernsehen, Festnetz und Mobilfunk. Das Fernsehen läuft dabei meist übers Internet. Vergleich deshalb Paketpreise statt einzelner Tarife. Prüf vor einem Wechsel, ob die Handyverträge im Paket mit gekündigt werden.
Gilt mein Handytarif in Slowenien und auf der Weiterreise nach Süden?
In Slowenien ja, in Serbien oder Bosnien und Herzegowina nicht. Innerhalb Sloweniens surfst du zu den Bedingungen deines Tarifs, auch wenn sich das Handy an der Grenze in ein kroatisches oder italienisches Netz einbucht. Außerhalb der EU rechnet dein Anbieter nach seiner Auslandspreisliste ab. In den Bergen und abgelegenen Tälern kann der Empfang abbrechen.
Wie lange bindet mich ein slowenischer Vertrag?
Zu Beginn höchstens 24 Monate. Danach darf der Anbieter für Kündigung oder Paketwechsel keine Verwaltungsgebühren mehr berechnen. Lies trotzdem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, vor versteckten Gebühren warnt die AKOS selbst. Ziehst du dauerhaft her, nimm eine slowenische SIM: Nutzt du die deutsche Karte über vier Monate überwiegend im Ausland, darf dein Anbieter Aufschläge verlangen.
Wie kommt schnelles Internet in abgelegene Orte Sloweniens?
Über geförderte offene Netze. Das Digitalministerium unterstützt unter dem Kürzel GOŠO den Bau dort, wo er sich für Firmen nicht lohnt, teils mit Geld aus dem EU-Wiederaufbaufonds. Diese Netze müssen mindestens 300 Mbit/s liefern. Ein Betreiber ist RUNE, auf dessen Glasfaser verschiedene Anbieter ihre Dienste verkaufen, etwa A1 Slovenija und T-2.
Wie gut ist Slowenien mit Glasfaser versorgt?
Deutlich besser als Deutschland. 83,9 % der Haushalte in Slowenien können Glasfaser bis ins Gebäude bekommen, in Deutschland sind es 44 %. Quelle: EU-Kommission (DESI), Stand 2025. Gebucht ist die Faser bei 57,3 % der festen Anschlüsse (Deutschland 13,7 %), laut OECD, Stand Dezember 2024.
Wie weit reicht 5G in Slowenien?
Fast überall. 99,4 % der Haushalte in Slowenien liegen in Reichweite eines 5G-Netzes, Deutschland kommt auf 99,5 %. Quelle: EU-Kommission (DESI), Stand 2025. Über das Tempo sagt der Wert wenig, denn 5G funkt oft auf alten LTE-Frequenzen.
Quellen
- AKOS: Poročilo o razvoju trga elektronskih komunikacij, drugo četrtletje 2025, abgerufen am 16.9.2026
- RUNE Slovenija: Optična infrastruktura na podeželskih območjih, abgerufen am 16.9.2026
- STA: Simobil rebranded as A1 Slovenija, abgerufen am 16.9.2026
- siol.net: Telemach dokončno in v celoti prevzel Tušmobil, abgerufen am 16.9.2026
- United Group: Telemach Slovenia signs agreement to acquire T-2, abgerufen am 16.9.2026
- AVK: Agencija začela podrobnejšo presojo koncentracije Telemach Slovenija in T-2, abgerufen am 16.9.2026
- Info360: AVK o Telemachovem prevzemu T-2, abgerufen am 16.9.2026
- Opensignal: Slovenia, Mobile Network Experience Report September 2025, abgerufen am 16.9.2026
- Spectrum Monitoring: Slovenia 4G LTE and 5G NR Frequencies and Spectrum Auctions, abgerufen am 16.9.2026
- teltarif.de: Roaming in Slowenien (28.07.2026), abgerufen am 16.9.2026
- Večer: Menjava telekomunikacijskega operaterja ni bav-bav, abgerufen am 16.9.2026
- Your Europe: Roaming in der EU, Fair-Use-Regeln, abgerufen am 16.9.2026
- bob: Paketi v omrežju A1, abgerufen am 16.9.2026
- HoT Slovenija, abgerufen am 16.9.2026
- A1 Slovenija: A1 Optika internet, abgerufen am 16.9.2026
- T-2: Internet, Optično omrežje, Omrežje RUNE, abgerufen am 16.9.2026