Serbiens Internetmarkt hat sich 2026 neu sortiert. Der Kabelnetzbetreiber SBB, der vor gut zwanzig Jahren als Erster bezahlbares Breitband in Serbien anbot, gehört heute zu Yettel. Damit stehen sich zwei große Gruppen gegenüber: die staatlich kontrollierte Telekom Srbija mit ihrer Marke mts und Yettel. A1 ist die klare Nummer drei.
Wer Familie in Serbien hat, dort arbeitet oder nur über die Autobahn Richtung Griechenland fährt, sollte zwei Dinge wissen. Prepaid-Karten funktionieren nur noch registriert. Und eine deutsche SIM-Karte ist hier eine Karte aus dem Nicht-EU-Ausland.
- Zahlen
- Wer heute wem gehört
- Festnetz: Kabel und Glasfaser fast gleichauf
- Mobilfunk und 5G
- Roaming und Anrufe nach Hause
- Satellit: Starlink wartet noch
- Anschluss in Serbien bestellen
- Anbieter
- Fragen
Internet in Serbien in Zahlen
Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.
Für alle Länder vergleichbar
Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner
33,4
- Serbien
- 33,4
- Deutschland
- 45,6
- Median, 42 Länder
- 36,4
Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Anteil der Menschen im Internet
87,7 %
- Serbien
- 87,7 %
- Deutschland
- 93,5 %
- Median, 42 Länder
- 92,1 %
Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Ausbau und Nutzung
Haushalte mit Internetzugang
90,1 %
- Serbien
- 90,1 %
- Deutschland
- 93,6 %
- Median, 38 Länder
- 95,5 %
Aus einer Befragung: Zu Hause gibt es einen Zugang, fest oder mobil.
Stand 2025, Quelle: Eurostat2
Internetnutzung der 16- bis 74-Jährigen
90 %
- Serbien
- 90 %
- Deutschland
- 94,6 %
- Median, 38 Länder
- 94,5 %
Eine einheitliche Befragung in allen erfassten Ländern und deshalb gut vergleichbar.
Stand 2025, Quelle: Eurostat2
Quellen der Zahlen
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
- Eurostat, Erhebung zur Internetnutzung in Haushalten: isoc_ci_in_h, isoc_ci_ifp_iu
Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.
Wer heute wem gehört
Telekom Srbija ist mehrheitlich in Staatsbesitz und tritt unter der Marke mts auf, im Festnetz wie im Mobilfunk. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren Kabelnetze zugekauft und 2025 mit der United Group vereinbart, auch deren Fernsehgeschäft Net TV Plus samt Sportrechten für den Westbalkan zu übernehmen.
Aus Mobtel wurde 2006 Telenor Serbia. Die tschechische PPF-Gruppe kaufte das Geschäft 2018, und seit dem 1. März 2022 heißt es Yettel. Inzwischen gehört Yettel der Gruppe e& PPF Telecom, die 2025 auch SBB von der United Group erwarb. Zum 1. April 2026 ist SBB rechtlich in Yettel aufgegangen. Die Marke SBB bleibt vorerst, Verträge laufen unverändert weiter.
Vip mobile, 2006 von der Telekom Austria gegründet, heißt seit April 2021 A1 Srbija. A1 verkauft neben Mobilfunk inzwischen auch Glasfaseranschlüsse.
Festnetz: Kabel und Glasfaser fast gleichauf
Die Regulierungsbehörde RATEL veröffentlicht jedes Quartal, wie Serbien ins Netz geht. Im zweiten Quartal 2026 lagen Kabelanschlüsse knapp vor Glasfaser, beide zusammen stellten deutlich mehr als zwei Drittel der Festnetzkunden. DSL kommt noch auf gut ein Fünftel, Tendenz fallend. Funklösungen spielen kaum eine Rolle.
Gemessen an den Kunden ist Telekom Srbija mit mehr als der Hälfte des Marktes weit vorn, Yettel hält mit SBB rund ein Drittel. Alle anderen teilen sich den Rest: A1, der Kabelanbieter ST Cable der Firma Sat-Trakt aus Bačka Topola und eine Reihe regionaler Netze.
Auf dem Land fehlte lange ein schneller Anschluss. Das Ministerium für Information und Telekommunikation baut deshalb seit 2020 mit Krediten europäischer Banken und Zuschüssen der EU Glasfaser in Dörfer, in denen kein Anbieter investieren wollte. Der Staat legt die Zubringerleitungen, die letzte Meile bauen Netzbetreiber, die sich darum bewerben. Fertig sein soll das Projekt 2027.
Wie viele Haushalte online sind, steht in der Tabelle daneben. Ob dein Dorf schon Glasfaser hat, erfährst du nur beim Anbieter.
Mobilfunk und 5G
Drei Netze versorgen das Land: mts, Yettel und A1. Im November 2025 versteigerte RATEL Frequenzen für 5G, und am 3. Dezember 2025 schalteten alle drei Betreiber gleichzeitig ihre 5G-Netze ein. Angefangen haben sie in den großen Städten und Urlaubsorten, bis Ende 2026 soll 5G in der Fläche ankommen.
Seit dem 10. Februar 2025 muss jede Prepaid-Nummer in Serbien registriert sein. Das gilt ausdrücklich auch für Ausländer. Du registrierst dich im Shop mit dem Reisepass oder online. Eine unregistrierte Karte taugt nur noch für Notrufe und die Registrierung, nach einer Frist von drei Monaten wird sie abgeschaltet.
Seit dem zweiten Quartal 2026 verkauft Sat-Trakt unter ST Mobile auch Mobilfunk als virtueller Anbieter in einem der großen Netze. Globaltel, früher ein eigenständiger Discounter, wird von Telekom Srbija vertrieben.
Roaming und Anrufe nach Hause
Serbien gehört nicht zur EU-Roamingzone. Deine deutsche Karte rechnet dort nach den Auslandspreisen deines Tarifs ab, und die unterscheiden sich stark. Sieh vor der Fahrt nach. Bei rund 60 Euro Datenkosten sperrt dein Anbieter die mobile Verbindung, bis du sie freigibst.
Seit Oktober 2023 bieten viele Netzbetreiber in der EU und in Serbien freiwillig günstigere Datenpakete für Reisen zwischen beiden Regionen an. Verhandelt wird über mehr: Am 4. Juni 2026 erlaubte der Rat der EU der Kommission, mit Serbien und den anderen Westbalkanstaaten über die Aufnahme in „Roam like at home“ zu sprechen. Einen Termin gibt es nicht.
Mit einer serbischen Karte fährst du dagegen ohne Aufschläge durch Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien und den Kosovo. Das regelt seit Juli 2021 das Regionale Roaming-Abkommen des Westbalkans. Für Familien mit Verwandten in mehreren Nachbarländern kann das praktischer sein als ein deutsches Auslandspaket.
Satellit: Starlink wartet noch
Starlink hat in Serbien bis September 2026 keinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Firma ist seit 2021 im Land registriert und verhandelt mit RATEL und der Regierung, auf der eigenen Karte nennt Starlink das Jahresende 2026 als Ziel. Manche nutzen Starlink trotzdem schon, mit Geräten aus Kroatien oder Ungarn und ohne offizielle Zulassung für Serbien.
Anschluss in Serbien bestellen
Frag bei mts, SBB und A1 nach der Verfügbarkeit an deiner Adresse, und frag bei Yettel nach Glasfaser. Liegen Kabel und Glasfaser nebeneinander, lohnt der Vergleich. Die meisten Kunden in Serbien buchen Internet im Paket mit Fernsehen.
Für kurze Aufenthalte reicht häufig eine registrierte Prepaid-Karte mit großem Datenpaket, dazu ein mobiler WLAN-Router für die Wohnung.
Internetanbieter in Serbien
mts (Telekom Srbija)
- Glasfaser
- Kabel
- DSL
- Mobilfunk
Der frühere Staatsmonopolist, mehrheitlich in staatlichem Besitz, mit Abstand größter Festnetzanbieter und einer der drei Mobilfunknetzbetreiber. Verkauft Glasfaser, DSL und über zugekaufte Kabelnetze auch Kabelanschlüsse, dazu Fernsehen mit eigenen Sportsendern.
Früher: Telekom Srbija
Yettel
- Glasfaser
- Mobilfunk
Mobilfunknetzbetreiber der Gruppe e& PPF Telecom. Hieß bis 2022 Telenor, davor Mobtel. Seit April 2026 gehört das Kabelnetz von SBB rechtlich zu Yettel, unter eigener Marke verkauft Yettel Glasfaser und Fernsehen im Paket.
Früher: Telenor Serbia, Mobtel
SBB
- Kabel
- Glasfaser
Größter Kabelnetzbetreiber des Landes und seit 2002 im Breitbandgeschäft. Seit dem 1. April 2026 Teil von Yettel, die Marke bleibt vorerst bestehen. Bietet Internet über Kabel und Glasfaser mit Fernsehen und Festnetztelefon.
Früher: Serbia Broadband
A1 Srbija
- Glasfaser
- Mobilfunk
- 5G/LTE zu Hause
Serbische Tochter der A1 Telekom Austria Group und dritter Mobilfunknetzbetreiber. Verkauft Glasfaser bis in die Wohnung und einen 5G-Router für zu Hause als Alternative zum Festnetz.
Früher: Vip mobile
ST Cable (Sat-Trakt)
- Kabel
- Mobilfunk
Kabelmarke der Firma Sat-Trakt aus Bačka Topola mit Internet, Fernsehen, Telefon und Alarmanlagen. Laut RATEL nach Telekom Srbija und Yettel einer der größeren Festnetzanbieter, seit 2026 mit ST Mobile auch im Mobilfunk.
Nachgefragt: Internet in Serbien
Funktioniert eine serbische Prepaid-Karte ohne Registrierung?
Nein. Seit dem 10. Februar 2025 muss jede Prepaid-Nummer in Serbien registriert sein, ausdrücklich auch bei Ausländern. Das machst du im Shop mit dem Reisepass oder online. Eine unregistrierte Karte taugt nur für Notrufe und die Registrierung selbst, und nach einer Frist von drei Monaten wird sie abgeschaltet.
Was ist aus Telenor und SBB geworden?
Beide stecken in Yettel. Aus Mobtel wurde 2006 Telenor Serbia, die PPF-Gruppe kaufte das Geschäft 2018 und benannte es im März 2022 um. Heute gehört Yettel der Gruppe e& PPF Telecom, die 2025 auch SBB übernommen hat. Zum 1. April 2026 ist SBB rechtlich in Yettel aufgegangen. Die Marke bleibt vorerst, Verträge laufen unverändert weiter.
Kabel oder Glasfaser: Was ist in Serbien verbreiteter?
Beide liegen fast gleichauf, laut RATEL im zweiten Quartal 2026 das Kabel knapp vorn. Zusammen stellen sie deutlich mehr als zwei Drittel der Festnetzkunden, DSL wird weniger. Frag bei mts, SBB und A1 nach deiner Adresse und bei Yettel nach Glasfaser. Liegen Kabel und Glasfaser nebeneinander, lohnt der Vergleich. Die meisten Kunden buchen Internet im Paket mit Fernsehen.
Wie telefoniere und surfe ich mit deutscher SIM in Serbien?
Zu den Auslandspreisen deines Tarifs, denn Serbien liegt außerhalb der EU-Roamingzone. Die Preise unterscheiden sich stark, sieh also vor der Fahrt nach. Bei den Datenkosten sperrt dein Anbieter die Verbindung an einer festen Grenze, bis du sie freigibst. Seit Oktober 2023 bieten viele Netzbetreiber freiwillig günstigere Datenpakete für Reisen zwischen der EU und Serbien an.
Lohnt sich eine serbische Karte für Besuche bei Verwandten in der Region?
Oft ja. Mit einer serbischen SIM fährst du seit Juli 2021 ohne Aufschläge durch Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien und den Kosovo. Hast du Familie in mehreren Nachbarländern, kann das praktischer sein als ein deutsches Auslandspaket. Die EU verhandelt seit Juni 2026 über Roam like at home für Serbien, einen Termin gibt es aber nicht.
Seit wann gibt es 5G in Serbien?
Seit dem 3. Dezember 2025. An dem Tag schalteten mts, Yettel und A1 ihre Netze gleichzeitig ein, nachdem RATEL die Frequenzen im November versteigert hatte. Angefangen haben sie in den großen Städten und Urlaubsorten, bis Ende 2026 soll 5G in der Fläche ankommen. A1 verkauft auch einen 5G-Router für zu Hause als Alternative zum Festnetz.
Warum ist Starlink in Serbien nicht offiziell zu haben?
Weil Starlink den Betrieb dort bis September 2026 nicht aufgenommen hat. Die Firma ist seit 2021 im Land registriert und verhandelt mit RATEL und der Regierung, auf der eigenen Karte nennt Starlink das Jahresende 2026 als Ziel. Manche nutzen die Schüssel trotzdem, mit Geräten aus Kroatien oder Ungarn und ohne Zulassung für Serbien.
Wie viele Menschen in Serbien nutzen das Internet?
87,7 % der Menschen in Serbien waren in den letzten drei Monaten online, weniger als in Deutschland (93,5 %). Quelle: ITU über die Weltbank, Stand 2024. Auf 100 Einwohner kommen 33,4 feste Internetanschlüsse, in Deutschland 45,6 (ITU über die Weltbank, Stand 2024).
Quellen
- RATEL: Pregled tržišta elektronskih komunikacija u Republici Srbiji, drugi kvartal 2026, abgerufen am 16.9.2026
- Yettel: Pravno pripajanje SBB-a Yettelu 1. aprila, abgerufen am 16.9.2026
- BC Partners: United Group agrees to sell SBB Serbia to e& / PPF Telecom and Net TV Plus to Telekom Srbija, abgerufen am 16.9.2026
- SDxCentral: United Group completes sale of SBB Serbia to e& PPF Telecom, abgerufen am 16.9.2026
- PPF Group: 10 million customers in Bulgaria, Hungary and Serbia start transition to new Yettel brand, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Telekom Srbija, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Yettel Serbia, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: A1 Srbija, abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Serbia Broadband, abgerufen am 16.9.2026
- EU-Kommission: Serbia, 5G licences awarded to Yettel, Telekom Serbia and A1, abgerufen am 16.9.2026
- EU-Kommission: Serbia, all three mobile operators launch 5G services, abgerufen am 16.9.2026
- Ministerium für Information und Telekommunikation: Obavezna registracija pripejd brojeva, abgerufen am 16.9.2026
- Paragraf: Pravilnik o tehničkim uslovima za registraciju pripejd korisnika (Dokumente für Ausländer), abgerufen am 16.9.2026
- Ministerium für Information und Telekommunikation: Projekat zajedničke izgradnje širokopojasne komunikacione infrastrukture u ruralnim predelima, abgerufen am 16.9.2026
- eKapija: RATEL in constant communication with Starlink in Serbia, abgerufen am 16.9.2026
- Mondo: Zašto Starlink nije dostupan u Srbiji, abgerufen am 16.9.2026
- ST Cable: TV, Internet, Alarm i Telefonija (Sat-Trakt), abgerufen am 16.9.2026
- Globaltel: Website mit Telekom Srbija als Verkäufer, abgerufen am 16.9.2026
- A1 Srbija: 5G KućniNet, abgerufen am 16.9.2026
- Rat der EU: Roam like at home, Verhandlungen mit den Westbalkanpartnern (4. Juni 2026), abgerufen am 16.9.2026
- Regional Cooperation Council: EU-WB roaming reductions, abgerufen am 16.9.2026
- Regional Cooperation Council: Regional Roaming Agreement, Roaming charges in the Western Balkans are now zero, abgerufen am 16.9.2026
- Verbraucherzentrale: Internationales Roaming, Kostenfallen vermeiden, abgerufen am 16.9.2026