In Liechtenstein hängt jeder Haushalt an derselben Glasfaser. Die Leitung gehört nicht dem großen Telekomanbieter, sondern dem Stromversorger, und über sie verkaufen neun Firmen Internet, Fernsehen und Telefon. Die Frage ist hier also nicht, ob schnelles Internet an deiner Adresse liegt, sondern bei wem du es buchst.
Schwieriger als der Anschluss ist das Wohnen. Wer aus Deutschland zum Arbeiten kommt, pendelt meist über die Grenze. Und genau an dieser Grenze lauert beim Handy eine Falle.
- Zahlen
- Eine Glasfaser, viele Anbieter
- Wer hinter FL1 steht
- Drei Mobilfunknetze in einem schmalen Tal
- Die Schweizer Funkzelle
- Hier arbeiten, dort wohnen
- Wer den Markt beaufsichtigt
- Anbieter
- Fragen
Internet in Liechtenstein in Zahlen
Jede Zahl mit Stand und Quelle, darunter zum Vergleich Deutschland und der Median der Länder dieser Seite, für die die Quelle einen Wert führt.
Für alle Länder vergleichbar
Feste Internetanschlüsse je 100 Einwohner
50
- Liechtenstein
- 50
- Deutschland
- 45,6
- Median, 42 Länder
- 36,4
Gezählt werden gebuchte Anschlüsse über DSL, Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit. Ein Anschluss versorgt meist einen ganzen Haushalt, deshalb liegen auch gut versorgte Länder selten über 50.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Anteil der Menschen im Internet
98,3 %
- Liechtenstein
- 98,3 %
- Deutschland
- 93,5 %
- Median, 42 Länder
- 92,1 %
Wer in den letzten drei Monaten online war, gleich wo und mit welchem Gerät. Die Altersgrenzen legt jedes Land selbst fest.
Stand 2024, Quelle: ITU über die Weltbank1
Quellen der Zahlen
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), World Telecommunication/ICT Indicators, über die Weltbank: IT.NET.BBND.P2, IT.NET.USER.ZS
Die Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 und hier auf eine Nachkommastelle gerundet. Den Median und die Balkenlängen hat Internetanbieter.EU daraus selbst berechnet.
Eine Glasfaser, viele Anbieter
Bis 1997 lief das Telefon in Liechtenstein über das Netz der Swisscom. Dann gründete das Land mit der Telecom Liechtenstein ein eigenes Unternehmen. Die passive Leitungsinfrastruktur gehört seit 2006 den Liechtensteinischen Kraftwerken (LKW). Netz und Dienste sind damit getrennt.
Laut FL1 sind inzwischen sämtliche Haushalte und kleinen Betriebe an die Glasfaser angeschlossen. Kupfer spielt für Privatkunden keine Rolle mehr. Weil alle Anbieter dasselbe Netz nutzen, entscheiden Service, Paket und Router, nicht die Leitung.
Die LKW nennen neun Diensterbringer auf ihrem Netz, darunter FL1, Hoi, Dorfnetz, 7acht, Supranet, Speedcom und Plus. Seit Dezember 2025 schaltet FL1 an jedem Anschluss bis zu 25 Gbit/s symmetrisch frei, sofern du das passende Produkt buchst. Möglich macht das ein Umbau der Technik auf 25G-PON.
Wer hinter FL1 steht
2013 wollte die Regierung drei Viertel der Telecom Liechtenstein an die Swisscom verkaufen. Der Landtag stimmte knapp dagegen. Stattdessen ging die Telecom mit der Telekom Austria zusammen und übernahm 2014 deren Tochter mobilkom liechtenstein. Seit August 2014 tritt das Unternehmen als FL1 auf.
2020 kaufte das Land den österreichischen Anteil zurück. FL1 gehört also wieder vollständig dem Staat. Laut der Marktstatistik des Amts für Kommunikation für 2023 hält FL1 gut die Hälfte der Internetanschlüsse, mit Abstand folgen Hoi, Dorfnetz, Plus und Supranet.
Die TV-COM AG aus der alten Liste gibt es noch, ihre Kundschaft kennt die Firma heute als Dorfnetz. Krypton dagegen führt die Statistik nicht mehr.
Drei Mobilfunknetze in einem schmalen Tal
Frequenzen haben drei Betreiber: FL1, Salt (Liechtenstein) mit der Marke 7acht und die Swisscom. Die Swisscom spielt bei Liechtensteiner Rufnummern nur eine kleine Rolle, 7acht hat in den letzten Jahren stetig zugelegt.
5G gibt es im Land, flächendeckend ist es nicht.
Die Schweizer Funkzelle
Liechtenstein ist kein EU-Mitglied, gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum. Deshalb gilt „Roam like at home“: Mit deiner deutschen SIM-Karte telefonierst und surfst du zu den Bedingungen deines Tarifs, so wie in Österreich oder Italien.
Das Land ist aber nur wenige Kilometer breit. Schweizer Sender strahlen bis in die Dörfer, und bucht sich dein Handy dort ein, bist du im Nicht-EU-Ausland. Dann greift die Regulierung nicht, und je nach Anbieter wird jedes Megabyte teuer. Stell im Rheintal die Netzwahl auf manuell und wähle ein Liechtensteiner Netz. Die Telekom behandelt die Schweiz in vielen Tarifen zwar wie die EU, verlass dich aber nicht darauf, ohne deinen Vertrag zu kennen.
Für einen Urlaub reicht die deutsche Karte. Eine Liechtensteiner SIM lohnt sich erst, wenn du hier wohnst.
Hier arbeiten, dort wohnen
Liechtenstein darf als Kleinstaat die Zuwanderung auch aus dem EWR begrenzen. Aufenthaltsbewilligungen für Erwerbstätige gibt es nur in einem kleinen Kontingent, die Hälfte davon wird zweimal im Jahr ausgelost. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten pendelt deshalb aus der Schweiz, aus Vorarlberg oder von weiter her ein.
Für dich heißt das: Deinen Internetanschluss bestellst du wahrscheinlich in Österreich oder in der Schweiz, nicht hier. Beim Handy darfst du als Grenzgänger laut EU-Regeln wählen, ob du die SIM-Karte aus dem Wohnland oder aus dem Arbeitsland nutzt.
Bekommst du eine Bewilligung, ist der Anschluss schnell erledigt. Die Glasfaser liegt schon in der Wohnung, der Anbieter schaltet sie nur frei.
Wer den Markt beaufsichtigt
Zuständig ist das Amt für Kommunikation in Vaduz. Es teilt die Funkfrequenzen zu, veröffentlicht die Marktstatistik und schlichtet Streit zwischen Kunden und Anbietern.
Internetanbieter in Liechtenstein
FL1
- Glasfaser
- Mobilfunk
Die frühere Telecom Liechtenstein gehört vollständig dem Land und ist bei Festnetz und Mobilfunk die Nummer eins. Das Unternehmen bietet Internet, Fernsehen und Telefon über die Glasfaser der LKW an und betreibt ein eigenes Mobilfunknetz mit 5G.
Früher: Telecom Liechtenstein, mobilkom liechtenstein
7acht
- Glasfaser
- Mobilfunk
Die Marke der Salt (Liechtenstein) AG mit Sitz in Balzers. Salt betreibt eines der drei Mobilfunknetze im Land und verkauft seit einigen Jahren auch Internet über die Glasfaser.
Hoi
- Glasfaser
Die Hoi Internet AG ist nach FL1 der zweitgrößte Internetanbieter im Land und nutzt die Glasfaser der LKW.
Dorfnetz
- Glasfaser
Unter diesem Namen tritt die TV-COM AG auf, die seit 1977 Netze betreibt. Die Firma verkauft Internet, Fernsehen und Festnetztelefonie im Paket und wirbt mit Service ohne Callcenter.
Früher: TV-COM
Plus
- Glasfaser
Marke der vestra ICT AG, die in der Marktstatistik der letzten Jahre deutlich gewachsen ist. Internet und Telefonie laufen über die Glasfaser der LKW.
Supranet
- Glasfaser
Liechtensteiner Anbieter für Internet und Festnetztelefonie, bei Telefonanschlüssen hinter FL1 und Dorfnetz einer der größeren.
Speedcom
- Glasfaser
Kleinerer lokaler Anbieter für Internet und Telefon auf dem Glasfasernetz der LKW.
Swisscom
- Mobilfunk
Die Swisscom betreibt in Liechtenstein ein eigenes Mobilfunknetz. Bei Verträgen mit Liechtensteiner Nummer hat sie nur einen kleinen Anteil.
Nachgefragt: Internet in Liechtenstein
Gilt mein deutscher Handytarif in Liechtenstein?
Ja. Liechtenstein ist nicht in der EU, gehört aber zum EWR, und deshalb greift „Roam like at home“. Du telefonierst und surfst also zu den Bedingungen deines Tarifs. Die Falle liegt im Rheintal: Bucht sich dein Handy in eine Schweizer Funkzelle ein, bist du im Nicht-EU-Ausland. Stell die Netzwahl dort auf manuell und nimm ein Liechtensteiner Netz.
Bei wem bestelle ich in Liechtenstein Internet?
Bei einem der neun Anbieter, die das Glasfasernetz der LKW nutzen. Mit gut der Hälfte der Anschlüsse ist FL1 der größte, die frühere Telecom Liechtenstein im Besitz des Landes. Dahinter folgen Hoi, Dorfnetz, Plus und Supranet, kleiner ist etwa Speedcom. Da alle über dieselbe Leitung liefern, vergleichst du Service, Paket und Router.
Gibt es in Liechtenstein noch DSL über die Telefonleitung?
Für Privatkunden praktisch nicht mehr. Laut FL1 hängen sämtliche Haushalte und kleinen Betriebe an der Glasfaser, Kupfer hat ausgedient. Wie schnell dein Anschluss ist, legt das gebuchte Produkt fest. FL1 schaltet seit Dezember 2025 an jedem Anschluss bis zu 25 Gbit/s symmetrisch frei, wenn du das passende Produkt bestellst.
Wie schnell läuft das Internet nach dem Einzug?
Schnell, denn gebaut werden muss nichts. Die Glasfaser liegt schon in der Wohnung, der Anbieter muss den Anschluss nur freischalten. Das Nadelöhr ist die Wohnung selbst: Aufenthaltsbewilligungen für Erwerbstätige gibt es nur im Kontingent, die Hälfte wird ausgelost. Viele, die hier arbeiten, wohnen deshalb in Österreich oder in der Schweiz und bestellen den Anschluss dort.
Welche SIM-Karte nutze ich als Grenzgänger?
Das darfst du dir aussuchen. Nach den EU-Regeln kannst du als Grenzgänger die Karte aus deinem Wohnland oder aus dem Arbeitsland verwenden. Eigene Mobilfunknetze in Liechtenstein haben FL1, Salt mit der Marke 7acht und die Swisscom. Für ein paar Urlaubstage genügt die deutsche Karte, eine Liechtensteiner SIM rechnet sich erst mit Wohnsitz im Land.
Wer schlichtet Streit mit einem Liechtensteiner Anbieter?
Das Amt für Kommunikation in Vaduz. Die Behörde vermittelt, wenn du dich mit deinem Anbieter nicht einigst. Außerdem teilt das Amt die Funkfrequenzen zu und gibt die Marktstatistik heraus, aus der sich ablesen lässt, wie groß die einzelnen Anbieter sind.
Wie viele Menschen in Liechtenstein nutzen das Internet?
98,3 % der Menschen in Liechtenstein waren in den letzten drei Monaten online, ähnlich viele wie in Deutschland (93,5 %). Quelle: ITU über die Weltbank, Stand 2024. Auf 100 Einwohner kommen 50 feste Internetanschlüsse, in Deutschland 45,6 (ITU über die Weltbank, Stand 2024).
Quellen
- Amt für Kommunikation: Telekommunikation, Marktanteile 2020 bis 2023, abgerufen am 16.9.2026
- LKW: Glasfasernetz in Liechtenstein, Liste der Diensterbringer, abgerufen am 16.9.2026
- FL1: Internet über Glasfaser, abgerufen am 16.9.2026
- lie:zeit: Liechtenstein mit schnellstem Internet der Welt (25G-PON), abgerufen am 16.9.2026
- Wikipedia: Telecom Liechtenstein, abgerufen am 16.9.2026
- Landesverwaltung Liechtenstein: Frequenzzuteilungen Mobilfunk, abgerufen am 16.9.2026
- 7acht: Impressum Salt (Liechtenstein) AG, abgerufen am 16.9.2026
- Dorfnetz: TV-COM AG, abgerufen am 16.9.2026
- teltarif.de: Roaming in Liechtenstein, abgerufen am 16.9.2026
- teltarif.de: Roaming in der Schweiz, abgerufen am 16.9.2026
- Your Europe: Roaming in der EU, abgerufen am 16.9.2026
- Landesverwaltung Liechtenstein: Auslosung Aufenthaltsbewilligung (B), abgerufen am 16.9.2026
- Blick: Liechtenstein verlost Aufenthaltsbewilligungen, abgerufen am 16.9.2026
- Amt für Kommunikation, abgerufen am 16.9.2026